Wirtschaft

Betrug mit Kreditgebühren US-Bank Wells Fargo kassiert Milliardenstrafe

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Ein Skandal um dubiose Geschäftspraktiken kommt die US-Großbank Wells Fargo teuer zu stehen.

(Foto: imago/Levine-Roberts)

Verbraucherschutzbehörden in den USA verdonnern den Finanzriesen Wells Fargo zur einer Rekordstrafe: Die Bank hat Millionen Kunden über Jahre unerlaubt Wucher-Gebühren für Haus- und Autokredite aufgebrummt. Das könnte ihr rückwirkend die Bilanz verhageln.

Der Bank Wells Fargo ist eine Strafe von einer Milliarde US-Dollar von US-Behörden auferlegt worden. Die Strafe werde fällig, weil das Geldhaus Kreditausfallversicherungen bei Autokrediten verkauft und unerlaubte Gebühren bei Immobilienkrediten verlangt habe, teilten die Verbraucherfinanzschutzbehörde CFPB und das Office of the Comptroller of the Currency mit. Betroffene Kunden würden von der US-Bank entschädigt.

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Der Vergleich könnte auch eine verstärkte aufsichtsrechtliche Prüfung der Vergütung der Bank an die für ihre Verkaufspraktiken verantwortlichen Mitarbeiter beinhalten, sagt eine informierte Person. Die Wells Fargo & Co. hatte bereits am 13. April bei Vorlage ihrer Erstquartalszahlen mitgeteilt, dass die beiden Behörden die Beilegung ihrer Ermittlungen gegen Zahlung von einer Milliarde Dollar angeboten hätten. Die Konditionen konnte zu dem Zeitpunkt aber noch nicht in Erfahrung gebracht werden.

Gegen Wells Fargo wird von verschiedenen Seiten ermittelt, seit der Skandal um ihre Verkaufspraktiken 2016 ausgebrochen war. Ursache für einige der Probleme ist das Risikomanagement der Bank, das sie in den vergangenen Monaten wegen des verstärkten Drucks der Aufsichtsbehörden geändert hat. Anfang Februar hatte die US-Notenbank Wells Fargo wegen der vielen Skandale sanktioniert: So lange nicht die Unternehmensführung und die internen Kontrollen verbessert seien, dürfe das Geldhaus seine Bilanz nicht mehr vergrößern.

Im September 2016 hatte die Bank eingeräumt hatte, dass Mitarbeiter über Jahre von Kunden nicht genehmigte Konten eingerichtet hatten. Tausende Mitarbeiter wurden wegen des Skandals gefeuert, auch der langjährige Vorstandschef John Stumpf musste seinen Hut nehmen. Mit Sammelklägern hatte sich Wells Fargo schon 2017 auf einen Vergleich über 110 Millionen Dollar geeinigt. Auch von US-Behörden waren bereits zuvor Bußgelder über 185 Millionen Dollar verhängt worden.

Wie die Bank die neue Strafe in ihren Finanzen verbuchen wird, ist unklar. Wells Fargo hat vergangene Woche bereits gewarnt, dass sie ihre Zahlen wegen der Verhandlungen mit den Behörden möglicherweise anpassen muss. Dazu, ob die Bank bereits Rückstellungen für die anstehende Einigung gebildet hat, wollte CEO Timothy Sloan sich in einer Telefonkonferenz mit Analysten zu den Erstquartalszahlen nicht äußern. In der kommenden Woche, am 24. April findet die Hauptversammlung von Wells Fargo statt.

Quelle: n-tv.de, mba/DJ/dpa

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