Wirtschaft

Große Milliardendeals US-Investoren kaufen sich bei der deutschen Industrie ein

24.08.2026, 09:47 Uhr
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EBM-Papst ist seit Kurzem in US-Hand. (Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

In den USA beheimatete Investoren suchen zunehmend nach Geldanlagen im Ausland. Dabei steht einer Datenanalyse zufolge auch verstärkt die deutsche Industrie auf der Einkaufsliste. Dafür gibt es mehrere Gründe.

US-Investoren nehmen offenbar verstärkt deutsche Industrieunternehmen ins Visier. Im vergangenen Jahr sei es insgesamt zu 76 Übernahmen und Beteiligungen an deutschen Industrie- und Fertigungsunternehmen durch US-Akteure gekommen, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf eine Auswertung des Finanzdatenanbieters Pitchbook. Dabei handle es sich um den höchsten Wert seit Beginn der Auswertung im Jahr 2022.

Die Transaktionen summierten sich im vergangenen Jahr auf einen Wert von circa 29,5 Milliarden Dollar. Seit 2022 habe sich die jährliche Summe nahezu verdoppelt. Ob es sich bei den Deals um Mehrheits- oder Minderheitsbeteiligungen handelt, geht aus den Daten nicht hervor.

Im laufenden Jahr setzt sich der Trend dem Bericht zufolge fort. Bis zum 19. August habe es bereits 47 Übernahmen oder Beteiligungen gegeben. Diese beliefen sich auch bereits auf einen Wert von 23,9 Milliarden Dollar.

Trumps Politik treibt Entwicklung

Dabei sticht vor allem eine Übernahme hervor. Der Verkauf des Ventilatorenherstellers EBM-Papst summierte sich alleine auf eine Summe von 5,4 Milliarden Dollar.

US-Unternehmen haben laut dem Ökonomen Jacob Kirkeegard derzeit viel günstiges Kapital in der Hinterhand, welches nun zum Einsatz komme. Das gebe ihnen Spielraum für Übernahmen, sagte der Wissenschaftler vom Peterson Institute for International Economics (PIIE). Darüber hinaus seien Unternehmen in den USA mitunter sehr teuer bewertet, was dazu führe, dass Investoren verstärkt im Ausland lukrative Übernahmeziele ins Visier nehmen.

Auch die Politik von US-Präsident Donald Trump ist seinen Angaben zufolge durchaus ein Faktor. "Die neue politische Fokussierung auf Fertigungskapazitäten in den USA spielt durchaus eine Rolle bei der derzeitigen Nachfrage von Investoren nach deutschen Herstellern", so Kirkeegard. In der US-Wirtschaft gebe es keinen vergleichbaren Fertigungssektor, der global konkurrenzfähig sei.

Ein großer Teil des Geldes stammt laut der Pitchbook-Auswertung von Private-Equity-Firmen. Alleine im vergangenen Jahr stammten knapp 26,5 Milliarden Dollar von insgesamt rund 30 Milliarden Dollar, die als Investition flossen, aus dem Finanzbereich.

Quelle: ntv.de, lme

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