Wirtschaft

Nach "Erdbeben" wegen McCarthy US-Jobdaten lassen Anleger an der Wall Street aufatmen

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Die Erwartung eines baldigen Zinsgipfels wirkt sich negativ auf den US-Dollar aus.

Die Erwartung eines baldigen Zinsgipfels wirkt sich negativ auf den US-Dollar aus.

(Foto: picture alliance / newscom)

Die Jobdaten haben die Sorgen der Investoren an der Wall Street über die US-Politik etwas gelindert. Die Arbeitsmarktdaten spielen für die Zinsentscheidungen der US-Notenbank Fed eine besonders wichtige Rolle. Dennoch mahnen Analysten nach dem Sturz von McCarthy im US-Repräsentantenhaus zur Vorsicht.

Nasdaq 100
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Zinshoffnungen nach einem Bericht des US-Personaldienstleisters ADP machen die Anleger an der Wall Street vorsichtig optimistisch. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte lag heute stabil bei 32.978 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 rückte um 0,2 Prozent auf 4238 Zähler vor. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,7 Prozent auf 13.153 Stellen.

In den USA entstanden im September nach ADP-Daten 89.000 Stellen. Von Reuters befragte Experten hatten mit 153.000 neuen Stellen gerechnet. Dies schürte Hoffnungen auf ein baldiges Ende der geldpolitischen Straffung der US-Notenbank Fed. Die Währungshüter versuchen, mit Zinserhöhungen die Inflation zu bekämpfen und den heiß gelaufenen Arbeitsmarkt abzukühlen. "Der ADP-Bericht hat den Anlegern einen Grund gegeben, vorsichtig optimistisch in Bezug auf die für Freitag geplanten Daten der US-Regierung zu den Lohn- und Gehaltszahlen in den USA zu sein", sagte Sam Stovall, Chefstratege beim Analysehaus CFRA Research.

Die Erleichterung nach der ADP-Umfrage linderte dabei zum Teil die Sorgen der Anleger über die Absetzung des Vorsitzenden des US-Repräsentantenhauses. Die Analysten mahnten allerdings zur Vorsicht. "Das politische Erdbeben in den USA dürfte aber auch die Wall Street noch nicht vollständig verarbeitet haben", sagte Konstantin Oldenburger, Analyst beim Broker CMC Markets.

Sturz von McCarthy "ein dramatisches Ereignis"

Der Sturz von Kevin McCarthy, der die Kongresskammer zunächst handlungsunfähig macht, sei "ein dramatisches Ereignis" und beweise einmal mehr, dass die USA in Politik und Volk in zwei Lager gespalten seien. Zudem könne die jüngste Entwicklung in Washington auch einen Wendepunkt im Ukraine-Konflikt darstellen und eine politische Zeitenwende für die Weltwirtschaft markieren.

Euro / Dollar
Euro / Dollar 1,09

Die Erwartung eines baldigen Zinsgipfels drückte indes die US-Währung. Der Dollar-Index verlor 0,3 Prozent auf 106,79 Punkte. Der Euro gewann im Gegenzug 0,4 Prozent auf 1,0501 Dollar. Die Anleger griffen bei Staatsanleihen zu. Die Rendite der zehnjährigen US-Bonds unterbrach dementsprechend ihren Aufwärtstrend und lag bei 4,745 Prozent nach 4,802 Prozent am Vortag.

Die Ölpreise bauten unterdessen die Verluste der letzten Tage aus. Die Nordsee-Sorte Brent und die leichte US-Sorte WTI verloren jeweils knapp fünf Prozent auf 86,55 beziehungsweise 84,84 Dollar pro Barrel (159 Liter). "Die Aufmerksamkeit der Investoren hat sich von der kurzfristigen Versorgungsknappheit auf die Auswirkungen langfristig hoher Zinssätze auf die Nachfrage verlagert", sagte Callum Macpherson, Analyst bei der Bankengruppe Investec. "Es bleibt außerdem auch die Frage, welche Schritte die Opec+ bei ihrem nächsten Treffen am 26. November vornimmt." Das Ölkartell teilte nach seinem Treffen mit, es werde seinen aktuellen Kurs in Bezug auf Produktionskürzungen zunächst nicht ändern.

Fallender Ölpreis setzt Energiekonzernen zu

Exxon Mobil
Exxon Mobil 93,71

Der fallende Ölpreis drückte die Aktien der Energiekonzerne wie Exxon Mobil, Chevron und Marathon Oil, die zwischen 2,8 und 6,2 Prozent verloren. Die Erwartung eines baldigen Zinsgipfels stützte unterdessen die Wachstumswerte. Die Papiere von Konzernen wie Microsoft, Amazon, Meta und Alphabet gewannen zwischen gut ein und knapp zwei Prozent.

Unter Druck geriet dagegen die Aktie von Helen of Troy. Die Titel des Konsumgüter-Anbieters fielen um gut acht Prozent. Das Unternehmen verzeichnete im zweiten Quartal aufgrund einer geringeren Nachfrage einen Rückgang bei Umsatz und Gewinn.

Quelle: ntv.de, joh/rts

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