Wirtschaft

Anhörung im Datenskandal US-Justizausschuss lädt Zuckerberg vor

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Mark Zuckerberg

(Foto: picture alliance / Peter Dasilva)

In Deutschland soll Facebook alle Betroffenen seines Datenskandals schriftlich informieren. In den USA lädt der Justizausschuss des Senats Unternehmenschef Zuckerberg derweil zu einer Befragung ein. Die Verbraucherschutzbehörde nimmt Ermittlungen auf.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg soll im Zuge des Datenskandals vor dem Justizausschuss des US-Senats aussagen. Der Vorsitzende des Komitees, Charles Grassley, teilte mit, er habe Zuckerberg sowie die Chefs des Google-Mutterkonzerns Alphabet und Twitter für den 10. April zu einer Anhörung eingeladen. Zuckerberg solle sich darüber auslassen, wie Facebook in der Vergangenheit und künftig mit dem Schutz und der Überwachung von Kundendaten umgehe.

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Vor gut einer Woche war bekanntgeworden, dass die britische Analysefirma Cambridge Analytica persönliche Daten von 50 Millionen Facebook-Mitgliedern mutmaßlich auf unlautere Weise einsetzte, um US-Präsident Donald Trump im Wahlkampf zu unterstützen. Die US-Verbraucherschutzbehörde FTC kündigte eine Überprüfung der Facebook-Datenschutzregeln wegen des womöglich zu laxen Umgangs mit persönlichen Informationen der weltweit mehr als zwei Milliarden Nutzer an. Sollte die FTC Facebook für schuldig befinden, nachlässig gehandelt zu haben, kann sie hohe Strafen aussprechen, die sich auf Tausende Dollar pro Tag belaufen können.

Auch in Deutschland wird der Konzern in die Zange genommen: Bundesjustizministerin Katarina Barley erklärte nach einem Treffen mit Facebook-Vertretern in Berlin, das Unternehmen werde diejenigen Nutzer informieren, deren Daten missbraucht wurden. EU-Justizkommissarin Vera Jourova schrieb in einem Brief an die bei Facebook für das operative Geschäft zuständige Vorständin Sheryl Sandberg, dass die Erklärungen des Internetkonzerns ihre Bedenken bislang nicht ausgeräumt hätten. Sie forderte Facebook auf klarzustellen, ob Cambridge Analytica Daten von EU-Bürgern unangemessen verwendet habe.

Quelle: ntv.de, chr/rts