Wirtschaft

Milliardenprojekt im Saarland US-Konzern plant wohl Chipfabrik im Deutschland

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Neben der Fabrik soll auch ein Forschungszentrum im Saarland entstehen.

(Foto: IMAGO/Kosecki)

Die Chipindustrie ist elementar für die Auto- und Energiebranche. Entsprechend wollen große Konzerne ihre Produktionskapazitäten ausweiten. Eine große Fabrik könnte bald im Saarland entstehen.

US-Konzern Wolfspeed will nach einem Medienbericht im Saarland das weltweit größte Werk für Halbleiter aus Siliziumkarbid errichten. Der deutsche Autozulieferer ZF wolle sich mit einem Minderheitsanteil an dem Projekt beteiligen, berichtete das "Handelsblatt" unter Berufung auf informierte Kreise. Wolfspeed wolle eine Fabrik auf dem Gelände eines ehemaligen Kohlekraftwerks in Ensdorf bauen.

Die Serienfertigung der vor allem in Elektrofahrzeugen genutzten Chips solle in vier Jahren beginnen. Ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums im Saarland sowie ZF lehnten eine Stellungnahme ab. Wolfspeed antwortete zunächst nicht auf eine Anfrage. Geplant sei auch ein gemeinsames Forschungszentrum, an dem ZF die Mehrheit halten solle, hieß es weiter. Das "Handelsblatt" berichtete, Wolfspeed wolle möglichst schnell mit den Bauarbeiten beginnen. Noch fehle allerdings die Zusage über staatliche Fördermittel. Die Subventionen seien die Voraussetzung für das Engagement.

Die Fabrik im Saarland wäre auch für Europa von Bedeutung. Die EU-Kommission hatte das Ziel ausgegeben, den europäischen Anteil an der Welt-Chip-Produktion bis 2030 auf 20 Prozent zu bringen. Die USA hatten zuletzt deutlich mehr Investitionen angezogen als Europa.

Der US-Konzern Intel will beispielsweise mit staatlicher Milliarden-Unterstützung ein neues Mega-Chip-Areal in Magdeburg aufbauen. Nach einem Medienbericht verzögert sich allerdings der Baubeginn wegen Unklarheiten über die staatlichen Fördergelder. Infineon möchte ein zusätzliches Werk in Dresden errichten.

Quelle: ntv.de, mba/rts

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