Wirtschaft

Folge der Boeing-Abstürze US-Regierung überprüft Flugaufsicht FAA

Die US-Flugaufsicht FAA hat Boeing nach den Abstürzen zweier 737 im Visier. Doch die amerikanische Bundesluftfahrtbehörde steht selbst im Fokus der US-Regierung - und das schon seit Monaten.

Die US-Regierung beschäftigt sich einem Medienbericht zufolge bereits seit dem ersten Absturz einer Boeing 737 Max im Oktober mit der Zulassung des neuen Modells durch die US-Flugaufsicht FAA. Das Verkehrsministerium untersuche dabei die Frage, ob die FAA geeignete Standards und Analysen bei der Zulassung des neuen Kontrollsystems MCAS genutzt habe, berichtete das "Wall Street Journal". MCAS soll verhindern, dass der Schub der Triebwerke im Steigflug derart stark wird, dass sich die Maschine nicht mehr gerade ausrichten lässt.

Die Behörden prüfen, ob das System ursächlich war für den Absturz einer 737 Max im Oktober in Indonesien. Dabei waren 189 Menschen getötet worden. Vor einer Woche war eine zweite Maschine des Typs in Äthiopien abgestürzt. Hier starben 157 Menschen. Boeing hat inzwischen empfohlen, alle Maschinen des Typs vorsorglich am Boden zu halten.

Die äthiopische Regierung hatte am Sonntag bekannt gegeben, dass die Flugschreiberdaten der Ethiopian-Airlines-Maschine nach einer ersten Auswertung der Blackboxes deutliche Ähnlichkeiten mit denen des im vergangenen Oktober verunglückten indonesischen Lion-Air-Passagierflugzeugs aufwiesen. Beide Maschinen waren kurz nach dem Abflug abgestürzt.

Boeing: Software-Aktualisierung in Schlussphase

Gleichzeitig gab der US-Flugzeugbauer nun bekannt, in der Schlussphase bei der Modernisierung einer möglicherweise fehlerhaften Software an Bord des betroffenen Flugzeugtyps zu sein. Das Software-Update und das Piloten-Handbuch zur Bedienung des Trimmsystems MCAS seien auf der Zielgeraden, sagte Boeing-Chef Dennis Muilenburg.

Boeing hatte in der vergangenen Woche angekündigt, die Software-Modernisierung innerhalb von zehn Tagen abschließen zu wollen. Die Überarbeitung der Cockpit-Software hatte den Angaben zufolge bereits vor dem jüngsten Unglück begonnen.

Für Boeing ist der Absturz mehr als nur ein schwerer Imageschaden. Die juristischen und wirtschaftlichen Folgen könnten den Konzern noch teuer zu stehen kommen. 78 Prozent der Bestellungen in den Auftragsbüchern von Boeing betreffen Maschinen der 737-Max-Familie. Rund 100 Airlines haben mehr als 5000 Maschinen fest bestellt.

Technisches Problem bei Ryanair-737

Unabhängig von den Überlegungen rund um die US-Flugaufsicht und Boeing meldete der Pilot einer Ryanair-Maschine am Wochenende ein technisches Problem beim Anflug auf den Allgäu-Airport in Memmingerberg in Bayern. Es sei deshalb am Sonntag gegen 18.30 Uhr eine sogenannte Luftnotlage ausgelöst worden, teilte das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West mit. Die Maschine vom Typ Boeing 737-800 mit 164 Personen an Bord sei jedoch schließlich ohne Zwischenfälle gelandet.

Das Flugzeug kam aus Faro (Portugal), der Allgäu-Airport war das geplante Ziel. Verletzt wurde niemand. Techniker würden sich nun um die Fehlerbehebung kümmern, teilte die Polizei weiter mit. Was genau defekt war, sei bislang noch nicht bekannt, sagte ein Polizeisprecher.

*Datenschutz

Quelle: n-tv.de, bad/rts/AFP/dpa

Mehr zum Thema