Wirtschaft

WTO appelliert an Regierungen USA sollen Impfstoff für Export freigeben

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Sowohl USA als auch UK wollen keine im eigenen Land produzierten Impfstoffe ausführen.

(Foto: imago images/ULMER Pressebildagentur)

Die Industrienationen impfen fleißig, Entwicklungsländer schauen in die Röhre. Während die EU oder China auch ärmere Länder mit Impfstoff beliefern, verhängen USA und Großbritannien Exportblockaden. Das passt der Welthandelsorganisation so gar nicht.

Die Welthandelsorganisation WTO hat in der Corona-Krise an die USA und Großbritannien appelliert, Impfstoff auch für den Export freizugeben. WTO-Chefin Ngozi Okonjo-Iweala bedankte sich zugleich bei einem Online-Event der EU dafür, dass die Europäische Union, China und Indien auf ihrem Territorium produzierte Impfstoffe in größerem Umfang exportiert hätten. "Ich rufe die Staaten auf, die sie bisher noch nicht teilen oder exportieren, dies so schnell wie möglich zu tun", fügte sie an.

Es wäre aus ihrer Sicht "großartig", falls die USA und Großbritannien sich darauf einlassen würden. Es sei nicht akzeptabel, dass der Löwenanteil der Dosen in den Industrieländern geimpft werde, während in den ärmsten Ländern nur ein Bruchteil der Seren ankomme. "Impfnationalismus und Ungleichheit funktionieren nicht", mahnte die Nigerianerin, die seit Februar nach langem Führungsvakuum an der Spitze der WTO steht.

Die WTO hat 164 Mitgliedsländer und soll Regeln für den weltweiten Handel etablieren sowie Streitfälle schlichten. Doch die Organisation ist zerstritten und hat in den vergangenen Jahren keine global verbindlichen Absprachen zustande bekommen, etwa zum digitalen Handel. Der frühere US-Präsident Donald Trump hatte die Neubesetzung wichtiger Richterposten am Berufungsgericht der WTO blockiert. Viele Mitglieder fordern eine Reform der WTO.

Okonjo-Iweala sagte, 2021 werde ein "Wendejahr" mit Blick auf die Reformen. Die Organisation müsse nun beweisen, dass sie diese auch umsetzen könne. EU-Handelskommissar Valdis Dombrovskis betonte, die EU stehe bereit, der WTO bei der Reform zur Seite zu stehen. Es gehe auch darum, die Regeln an das 21. Jahrhundert anzupassen. Die WTO werde weiter gebraucht. Es gehe darum, Regeln zu entwickeln, die allen zugutekämen, und nicht darum, dass das Prinzip "Wie du mir, so ich dir" in Streitfällen regiere.

Quelle: ntv.de, mba/rts

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