Wirtschaft

Von Rekordwert zu Rekordverlust Uber schrumpft an der Börse dramatisch

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Nicht nur auf dem Parkett hat Uber Ärger, während des Börsengangs streikten weltweit Tausende Fahrer für mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen.

(Foto: REUTERS)

Vor wenigen Wochen noch preisen die Banken den Fahrdienstvermittler Uber mit einem angeblichen Unternehmenswert von bis zu 120 Milliarden Dollar an. An der Börse geht es für die Aktien allerdings steil bergab. Das Ende der Talfahrt könnte noch nicht erreicht sein.

Gleich am ersten Tag an der Börse stellte Uber einen Negativ-Rekord auf, nur um diesen am nächsten Handelstag noch einmal zu überbieten. Die Aktien des chronisch defizitären Fahrdienstvermittlers waren am vergangenen Freitag das erste Mal an der New Yorker Börse gehandelt worden und hatten 7,6 Prozent ihres Wertes eingebüßt. In absoluten Zahlen bedeutete das für die Investoren, die die Papiere im Rahmen des Börsengangs gezeichnet hatten, einen Verlust von insgesamt 617 Millionen Dollar. Laut Daten des US-Wirtschaftsprofessors Jay Ritter von der Universität von Florida erwischte Uber damit den schlechtesten Start der jüngeren Börsengeschichte.

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Die Hoffnung, dass der Kurssturz nur ein Ausrutscher an einem allgemein von Nervosität geprägten Handelstag war, ist nun weiter geschrumpft. Bereits vor Beginn des offiziellen Handels am Montag sackten Uber-Aktien erneut um rund sechs Prozent - während die vorbörslichen Indikatoren der Leitindizes der US-Börsen noch deutlich im Plus lagen und auf eine allgemein positive Stimmung der Anleger deuteten. Zum Handelsstart an der Wall Street brachen die Uber-Anteile dann sogar um fast zehn Prozent ein. Die Nachricht von chinesischen Gegenzöllen auf US-Importe hatte die Atmosphäre an den Börsen insgesamt inzwischen deutlich eingetrübt.

Der Kursverlust von insgesamt mehr als 16 Prozent reiht sich dabei ein in eine kontinuierliche Schrumpfung des Unternehmens, das einst einen Rekord als höchstbewertetes Startup aufstellte. So hatte es vor einigen Wochen von den den Börsengang begleitenden Banken Morgan Stanley und Goldman Sachs noch geheißen, Uber könnte am Aktienmarkt mit bis zu 120 Milliarden Dollar bewertet werden. Die Anteile wurden dann tatsächlich mit einem Ausgabepreis von 45 Dollar ausgegeben, was einem Börsenwert von rund 82 Milliarden Dollar entsprach. Aktuell sind davon nun weniger als 70 Milliarden Dollar übrig.

Uber hat seit seiner Gründung im Jahr 2009 noch kein Geld verdient. Investoren überzeugte das Unternehmen bislang mit seinem schnellen weltweiten Wachstum. Doch diese Expansion geriet zuletzt unter anderem wegen zunehmender Konkurrenz durch andere Startups in vielen Ländern ins Stocken. Verluste weiteten sich aus. Allein in den zwölf Monaten vor dem Börsengang verlor Uber mehr als 3,7 Milliarden Dollar.

Was Uber-Investoren drohen könnte, zeigt der kleinere Konkurrent Lyft. Die Aktien des ebenfalls in den USA beheimateten Fahrdienstvermittlers verloren seit dem Börsengang Ende März fast ein Drittel ihres Wertes.

Quelle: n-tv.de