Wirtschaft

BIP bricht ein Ukraine stürzt noch tiefer in Rezession

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Ukrainische Hryvnia.

(Foto: imago/Russian Look)

Die wirtschaftliche Lage in der kriegsgeschüttelten Ukraine wird immer ernster: Aktuelle Zahlen belegen, wie stark der Konflikt im Osten des Landes an der Substanz der Volkswirtschaft nagt.

Die ukrainische Wirtschaft ist in den ersten Monaten dieses Jahres deutlich eingebrochen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte im ersten Quartal um 17,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, wie die nationale Statistikbehörde bekanntgab. Im Vergleich zum letzten Quartal 2014 betrug das Minus demnach 6,5 Prozent. Hintergrund sind die anhaltenden Kämpfe im Osten des Landes, dem industriellen Zentrum der Ukraine. Die industrielle Produktion dort brach ein und die Landeswährung ging in einen Sturzflug über.

Für das laufende Jahr hatten zuletzt mehrere Institute einen deutlichen Rückgang des BIP vorausgesagt. Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) erklärte, es sei mit einem Minus von 7,5 Prozent zu rechnen. Im Januar hatte sie noch vorhergesagt, die ukrainische Wirtschaft werde um fünf Prozent schrumpfen.

Triste Aussicht für 2015

Die Weltbank korrigierte ihre Vorhersage im April ebenfalls nach unten. Auch sie rechnet nun mit einem Minus von 7,5 Prozent. Die ukrainische Regierung rechnet für 2015 mit einem BIP-Rückgang um 5,5 Prozent. Der wirtschaftliche Absturz könne nur gebremst werden, wenn sich die Lage im Osten des Landes stabilisiere und sich das ukrainische Bankensystem erhole.

Seit April 2014 kämpft die ukrainische Armee im Osten des Landes gegen prorussische Separatisten. Der Westen und Kiew werfen Moskau vor, die Aufständischen militärisch zu unterstützen, was der Kreml zurückweist.

Quelle: ntv.de, bdk/DJ/AFP