Wirtschaft

Aussetzen des Emissionshandels?Umweltminister zählt Lufthansa bei nachhaltigen Kraftstoffen an

27.04.2026, 08:24 Uhr
00:00 / 02:49
Lufthansa-to-cancel-20-000-short-haul-flights-amid-rising-fuel-costs-BERLIN-GERMANY-APRIL-23-An-aircraft-belonging-to-Lufthansa-is-seen-at-the-apron-of-Berlin-Brandenburg-Airport-as-Lufthansa-announces-it-will-cancel-20-000-scheduled-short-haul-flights-by-October-due-to-rising-jet-fuel-prices-in-Berlin-Germany-on-April-23-2026-Halil-Sagirkaya-Anadolu-Berlin-Germany-Editorial-use-only-Please-get-in-touch-for-any-other-usage
"Der Staat kann nicht alle Probleme finanziell lösen", betont Umweltminister Schneider. (Foto: IMAGO/Anadolu Agency)

Steigende Preise für Tickets und die Sorge über Flugstreichungen wegen Kerosinmangels bremsen die Reisenachfrage. Während Fluggesellschaften ein Handeln der Politik fordern, sieht Umweltminister Schneider die Airlines in der Pflicht.

Bundesumweltminister Carsten Schneider sieht gerade bei der Lufthansa noch "viel Luft" beim Umstieg auf nachhaltige Kraftstoffe. Die Fluggesellschaften dürften nicht so tun, als könne es mit dem Einsatz von Kerosin immer so weitergehen, sagte der SPD-Politiker in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin".

Vielmehr müssten die Unternehmen alles daransetzen, klimafreundlichere Alternativen zu nutzen. Forderungen aus der Branche nach staatlichen Entlastungen wie einem Tankrabatt oder einer Aussetzung des Emissionshandels in der aktuellen Energiekrise erteilte Schneider eine Absage. "Der Staat kann nicht alle Probleme finanziell lösen", erklärte der Minister.

Angesichts des globalen Kerosinmangels infolge der Blockade der Meerenge am Persischen Golf hatte unter anderem der Chef des deutschen Ferienfliegers Condor, Peter Gerber, ein Aussetzen des Emissionshandels für ein halbes Jahr gefordert. Dies wäre der einfachste Weg, "auch die Verbraucher im zweiten Halbjahr vor hohen Preisen zu bewahren", sagte er in der ARD: "Damit könnte man relativ leicht diese Spekulations-Spritpreise aus dem Markt nehmen. Und dann wäre es womöglich für alle ein ganz entspannter Sommer", fügte er hinzu. Auf absehbare Zeit sei die Spritversorgung gesichert: "Wir wissen natürlich auch, dass die Preise für den Sprit in der Perspektive steigen. Das heißt also: Wer jetzt gebucht hat, ist fein raus, der hat Glück. Wer in der Zukunft bucht, muss mit teureren Preisen rechnen."

Steigende Preise für Tickets und Reisen sowie die Sorge über Flugstreichungen wegen Kerosinmangels bremsen die Reisenachfrage. Derzeit zeige sich eine spürbare Zurückhaltung bei Neubuchungen, erklärte der Deutsche Reiseverband (DRV) jüngst. Laut Gerber läuft der Luftverkehr auch in entfernten Flughäfen wie Singapur, die sehr stark vom Öl aus der Straße von Hormus abhängen, "noch vollkommen" normal. Sie nähmen nur kein zusätzliches Verkehrsaufkommen auf: "Das heißt also: Das wird von allen Seiten sehr eng gemanagt. Und es hat niemand ein Interesse daran, eine Maschine auf dem Hof zu haben. Von daher kann ich da beruhigen. Das, was hingeflogen wird, wird auch wieder zurückgeflogen."

Quelle: ntv.de, mba/rts

FluggesellschaftenCondor FlugdienstLufthansaUmweltministerium