Lieferungen bis 2041Uniper schließt Großvertrag mit norwegischem Gaskonzern

Deutschlands Gasspeicher füllen sich nur mühsam. Norwegen zählt zu den wichtigsten Gaslieferanten - und dürfte es bleiben: Uniper und der norwegische Energiekonzern Equinor schließen einen langfristigen Liefervertrag für zwei Millionen Haushalte jährlich.
Der Energiekonzern Uniper hat mit dem norwegischen Öl- und Gasförderer Equinor einen langfristigen Erdgas-Liefervertrag abgeschlossen. Demnach liefert Equinor von 2027 bis 2041 jährlich mehr als 30 Terawattstunden (TWh) Erdgas nach Deutschland, wie Uniper in Düsseldorf mitteilte. Dies entspreche grob dem Gasverbrauch von mehr als zwei Millionen Haushalten in Deutschland pro Jahr. Die Vereinbarung stärke die Versorgungssicherheit des deutschen Marktes. Über das finanzielle Volumen machte Uniper keine Angaben.
Das Gas soll über bestehende Pipelines nach Deutschland kommen. Der Vertrag hat eine Laufzeit von 15 Jahren. Er wurde laut Uniper im norwegischen Stavanger unterzeichnet. "Mit dieser Vereinbarung stärken wir die langfristige Gasversorgung Deutschlands und vertiefen zugleich unsere Zusammenarbeit mit Equinor", erklärte Unternehmenschef Michael Lewis der Mitteilung zufolge. Gemeinsam wollten die Unternehmungen Lösungen für Erdgas mit geringeren Emissionen in Deutschland weiterentwickeln.
In Deutschland wurde im vergangenen Jahr laut Bundesnetzagentur Erdgas mit einem Energiegehalt von insgesamt 864 Terawattstunden verbraucht. Uniper ist einer der größten Gasgroßhändler Europas. Das Unternehmen beliefert unter anderem Stadtwerke, große Industriekunden sowie Kraftwerksbetreiber. Uniper ist derzeit fast vollständig in deutschem Staatsbesitz. Bis Ende 2028 muss Deutschland seine Anteile aber wieder auf höchstens 25 Prozent plus eine Aktie verringert haben.
Norwegen ist derzeit der größte Erdgaslieferant Deutschlands. Im vergangenen Jahr kamen rund 44 Prozent des nach Deutschland gelieferten Erdgases über Pipelines aus dem skandinavischen Land. Dazu trägt Equinor maßgeblich bei: Der Konzern gehört bereits jetzt zu den wichtigsten Gaslieferanten Deutschlands. Das mehrheitlich staatlich kontrollierte Unternehmen hatte im Zuge der Energiekrise 2022 frühere Gasmengen Russlands teilweise ersetzt.
Norwegisches Erdgas erreicht Deutschland auch als Flüssigerdgas (LNG) per Schiff über die deutschen LNG-Terminals. Im laufenden Jahr belief sich bis Ende Juli der Anteil Norwegens an allen LNG-Lieferungen direkt nach Deutschland laut Energiewirtschaftsverband BDEW auf 4,1 Prozent. Größter LNG-Lieferant sind 2026 weiterhin die USA mit einem Anteil von 87,6 Prozent. (Gesamtjahr 2025: 94,3 Prozent).