Wirtschaft

Eheschließung am Himmel United darf mit Continental

Das "Ja"-Wort ist gefalle: In den USA schließen sich die beiden Fluggesellschaft United Airlines und Continental zusammen. Gelingt das, entsteht die größte Airline der Welt. Es drohen aber harte Auflagen der Wettbewerbshüter.

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United fliegt künftig mit Continental gemeinsam.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Die seit Wochen dauernden Spekulationen über einen möglichen Zusammenschluss der US-Fluggesellschaften United und Continental zur größten Airline der Welt können ad acta gelegt werden. Die beiden US-Unternehmen wollen in dem hart umkämpften Markt jährlich mehr als 1 Mrd. Dollar sparen und gehen zusammen. Geplant sei "eine Fusion unter Gleichen", wobei United faktisch Continental für 3,2 Mrd. Dollar in Aktien übernimmt, teilten beide Unternehmen mit. Entstehen soll ein Unternehmen mit rund 29 Mrd. Dollar Umsatz, etwa 90.000 Mitarbeitern und knapp 700 Flugzeugen. Damit überflügeln die beiden Airlines den Weltmarktführer und heimischen Rivalen Delta bei Umsatz und Passagierzahlen. Geführt werden soll der neue Konzern von Continental-Chef Jeff Smisek.

Über die Fusion war schon länger spekuliert worden. Die Branche erholt sich allmählich von den Folgen der Wirtschaftskrise, die zum Einbruch des Passagier- und Frachtgeschäfts geführt hatte. Den traditionellen Fluggesellschaften machte das schlechte Business-Class-Geschäft und die Konkurrenz von Billigfliegern zu schaffen. Allein 2009 flogen die Airlines dem Brancheverband IATA zufolge weltweit 11 Mird. Dollar Verlust ein. 

United Continental Holdings

Bisherige Aktionäre der United-Mutter UAL sollen nach dem Zusammenschluss etwa 55 Prozent der Anteile an der neuen Firma halten. Die neue Gesellschaft soll United Continental Holdings heißen und ihren Hauptsitz in Chicago haben. Die Übernahme erfolgt über einen Aktientausch, Geld fließt keines. Dabei erhalten Anleger von Continental für jede ihrer Aktien 1,05 UAL-Aktien. Durch die Fusion werden Einmalkosten von etwa 1,2 Mrd. Dollar binnen drei Jahren erwartet.

Continental Airlines ist bislang die weltweit fünftgrößte Fluggesellschaft mit rund 43.000 Mitarbeitern und 12,5 Mrd. Dollar Jahresumsatz. United Airlines ist die Nummer Drei in den USA, beschäftigt 46.000 Mitarbeiter weltweit und setzte 2009 etwa 16,3 Mrd. Dollar um. Beide Airlines haben nach früheren Angaben keine Überlappungen bei ihren Drehkreuzen und auch nicht bei ihren zehn wichtigsten einheimischen Nonstop-Flügen.

Zugeständnisse an die Wettbewerbshüter

Scheitern könnte der Zusammenschluss jetzt noch unter anderem am Veto der Wettbewerbshüter. Experten erwarten, dass die Wettbewerbsbehörden die Fusion durchwinken. Allerdings müsste sich die neue Airline wohl von einigen Routen oder Geschäftsbereichen trennen. Branchenkenner halten eine Fusion schon deshalb für sinnvoll, weil dadurch allein auf dem US-Markt mit seinen jährlich 700 Millionen Fluggästen nun wohl Überkapazitäten abgebaut würden.  

Viele Airlines sind angesichts des scharfen Wettbewerbs auf der Suche nach Partnern. Jüngst erst hatten sich British Airways und die spanische Iberia zur nach Umsatz weltweiten Nummer Drei zusammengeschlossen. Lufthansa hat sich mit der Übernahme von Swiss, Austrian, Brussels und British Midland hochgearbeitet, während Air France die niederländische KLM geschluckt und sich mit der neuen Alitalia verbündete. Für BA und Iberia ist die Fusion nur ein Schritt hin zu einer Dreierallianz mit dem Partner American Airlines im Konkurrenzbündnis der Star Alliance, Oneworld. Sie wollen von der Liberalisierung der Transatlantik-Flüge profitieren.

Quelle: n-tv.de, bad/rts/dpa

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