Wirtschaft

Handelsstreit, Brexit, Flaute Unsicherheiten setzen Top-Unternehmen zu

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China und die USA zoffen sich um ihre Handelsbeziehungen. Das wirkt sich auch auf deutsche Unternehmen aus.

(Foto: dpa)

Wie lief es für die 100 größten Unternehmen Deutschlands dieses Jahr? Eine aktuelle Studie zeigt: Die Umsätze stiegen, die Gewinnmargen dagegen litten - vor allem unter den Unwägbarkeiten, die der Brexit und globale Handelskonflikte mit sich bringen.

Handelskonflikte und eine schwächelnde Konjunktur drücken einer Studie zufolge die Gewinne der Top-Unternehmen in Deutschland. Zwar kletterte der Gesamtumsatz der 100 umsatzstärksten börsennotierten Konzerne in den ersten drei Quartalen 2018 um ein Prozent auf 1,25 Billionen Euro, der operative Gewinn (Ebit) fiel jedoch um sieben Prozent auf knapp 105 Milliarden Euro, wie aus einer von der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY veröffentlichten Studie hervorgeht.

Damit sank die Profitabilität – die durchschnittliche Ebit-Marge schrumpfte auf 8,4 Prozent von 9,2 Prozent. 61 Prozent der heimischen Top-100-Konzerne waren weniger rentabel als ein Jahr zuvor. "2018 war insgesamt ein weiteres gutes Jahr für die deutsche Wirtschaft – allerdings lässt die Dynamik spürbar nach", betonte Hubert Barth, Vorsitzender der Geschäftsführung von EY Deutschland. "Die Gewinne sinken bei vielen Unternehmen, die Aussichten haben sich deutlich eingetrübt." Banken und Versicherungen wurden in die Studie nicht mit einbezogen.

Gerade die exportorientierten deutschen Konzerne sähen sich erheblichen Risiken ausgesetzt. Zum einen könnte ein ungeordneter Brexit zu wirtschaftlichen Turbulenzen führen, zum anderen bleibt die Handelspolitik der Vereinigten Staaten ein Risikofaktor.

Autobauer führen Ranking an

Die umsatzstärksten börsennotierten Unternehmen Deutschlands sind laut der Studie Volkswagen, Daimler und BMW. Auch beim Gewinn sind Volkswagen und Daimler führend vor dem Pharmariesen Bayer, BMW folgt auf dem vierten Rang - und das obwohl die Autobranche ein schwieriges Jahr hinter sich hat und das Ebit im Schnitt um 13 Prozent schrumpfte.

Die höchsten Margen fahren der Untersuchung zufolge allerdings andere Firmen ein: Der Mikroelektronik-Hersteller und Chip-Zulieferer Siltronic schaffte in den ersten neun Monaten eine Ebit-Marge von knapp 34 Prozent, beim Gase-Hersteller Linde lag die Marge bei 25 Prozent. Dagegen erzielten die im Top-100-Ranking vertretenen Unternehmen aus der Autoindustrie nur eine durchschnittliche Marge von sieben Prozent.

Von den deutschen Top-Unternehmen stockten 82 Prozent im bisherigen Jahresverlauf die Belegschaft auf: Insgesamt beschäftigten sie zum 30. September 2018 weltweit knapp 5,2 Millionen Menschen – das waren 2,5 Prozent mehr als im Vorjahr. "Ein wichtiger Treiber des Beschäftigungswachstums sind die Digitalisierung und andere technologische Umbrüche wie etwa der Vormarsch der Elektromobilität, die bei vielen Unternehmen zu erheblichen Investitionen und auch zur Einstellung zusätzlicher Mitarbeiter führen", betonte Barth. "Diese Investitionen belasten kurzfristig zwar die Marge, sind aber entscheidend für die Zukunftsfähigkeit der Konzerne und damit auch des Standorts Deutschland."

Quelle: n-tv.de, jog/rts

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