Wirtschaft

Verband kritisiert Politik Unternehmen bauen viel weniger Wohnungen als geplant

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Die Bundesregierung wird ihre Ziele im Wohnungsbau wohl mittelfristig verfehlen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Deutschland braucht Wohnungen, die Bevölkerung hierzulande wächst, und es fehlen vor allem günstige Angebote. Die Politik will viel bauen, um die Probleme zu bekämpfen. Doch die Wohnungswirtschaft stellt die nächsten zwei Jahre fast ein Drittel weniger Projekte fertig als anvisiert. Sie hat klare Forderungen an die Politik.

Die Wohnungswirtschaft wird in diesem und im kommenden Jahr knapp ein Drittel weniger an Wohnungen bauen als geplant. Das ergab eine Umfrage des Bundesverbandes deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW). Demnach werden die Mitgliedsunternehmen wohl 20.000 Wohneinheiten von den ursprünglich geplanten 61.000 Wohnungen nicht in diesem Zeitraum fertigstellen. Mittelfristig würden in Deutschland wohl eher 200.000 statt der von der Bundesregierung anvisierten 400.000 Wohnungen pro Jahr gebaut werden.

Der Verband rief die Politik zum Handeln auf, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Insgesamt hätten sich die Baubedingungen durch höhere Zinsen, steigende Preise für Baumaterialien und verschärfte Bedingungen für die staatlichen Förderprogramme für energieeffiziente Gebäude deutlich verschlechtert.

"Die Geschäftserwartungen sind im Keller. Was wir jetzt haben, ist kein kurzfristiger Dip", sagte Axel Gedaschko, Präsident des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen. Der Verband vertritt rund 3000 kommunale, genossenschaftliche, kirchliche, privatwirtschaftliche, landes- und bundeseigene Wohnungsunternehmen, die rund sechs Millionen Wohnungen bewirtschaften.

Im sozialen Wohnungsbau werden laut dem Verband 21 Prozent der ursprünglich für 2023/2024 geplanten Wohneinheiten nach neuer Sachlage nicht mehr realisierbar sein. Auf alle GdW-Unternehmen hochgerechnet, bedeute dies einen Rückgang der Fertigstellungszahlen im sozialen Wohnungsbau um rund 4200 Wohneinheiten.

"Am Ende muss der Mieter deutlich mehr zahlen"

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Der Verband kritisierte die Bundesregierung für ihre geänderten Förderbedingungen bei der Modernisierung von Gebäuden. "Entweder werden die Maßnahmen nicht durchgeführt oder am Ende muss der Mieter deutlich mehr zahlen", sagte Gedaschko. Angesichts des jüngsten Zuzugs von Flüchtlingen müsse der Bund auch den Kommunen verstärkt finanziell mit zinslosen Krediten und Zuschüssen unter die Arme greifen, damit neuer Wohnraum geschaffen wird.

Der GdW forderte von der Politik ein Sofortprogramm für bezahlbaren und sozialen Wohnungsraum. So sollte etwa der Mehrwertsteuersatz im sozialen Wohnungsbau auf sieben Prozent gesenkt werden. Weitere Verschärfungen im Mietrecht sollten nicht umgesetzt werden, da sie nicht finanzierbar seien. Außerdem sollte es auskömmliche und verlässliche Förderung geben sowie längere KfW-Zinskonditionen. Der Verband forderte zudem, dass der Fördergrundsatz angepasst wird, und je höher die Förderung sei, desto länger müsse die vergünstigte Vermietung sein.

Quelle: ntv.de, rog/DJ

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