Wirtschaft

Studie zu Cyber-Attacken Unternehmen leiden massiv unter Hackern

imago91996502h.jpg

Besonders Großkonzerne sind im Visier von Hackern. Die Angriffsdichte nimmt seit Jahren zu, heißt es in einer Studie.

(Foto: imago images / Westend61)

Das Internet ist ein zunehmend gefährlicher Raum. Eine Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Gefahren für die deutsche Wirtschaft, Gesellschaft und Politik durch Angriffe aus dem Cyber-Space weiter gestiegen sind. Viele Unternehmen berichten inzwischen von täglichen Attacken.

Die große Mehrheit der deutschen Unternehmen hat bereits schmerzhafte Erfahrungen mit Internetgefahren gesammelt. 85 Prozent aller mittleren und großen Unternehmen in Deutschland sehen sich Cyber-Angriffen ausgesetzt. Das ist das Ergebnis einer Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte. 28 Prozent der Firmen berichten demnach von täglichen Angriffen, bei weiteren 19 Prozent kommt das mindestens einmal wöchentlich vor.

Besonders häufig haben große Unternehmen mit Cyber-Attacken zu tun – Firmen mit 1000 und mehr Mitarbeitern zu 40 Prozent täglich. Die Frequenz der Angriffe hat laut Cyber Security Report im Vergleich zu den Vorjahren zugenommen. Bei rund jedem fünften Unternehmen haben solche Angriffe bereits spürbare – in einigen Fällen sogar massive – Schäden verursacht, heißt es in dem Bericht.

Neben Angriffen auf die IT-Systeme erwachsen Unternehmen auch aus den sozialen Netzwerken diverse Bedrohungen. Bei rund einem Viertel berichten Unternehmen von Versuchen, den Ruf der Firma durch gezielte Falschinformationen im Internet zu schädigen. Dennoch verfolgt nur rund die Hälfte systematisch, was in sozialen Netzwerken über ihre Organisation geäußert wird.

Fake News an der Spitze des Risiko-Rankings

Für den Bericht zu Cyber-Risiken und IT-Sicherheit befragte das Institut für Demoskopie Allensbach Hunderte von Führungskräften aus großen und mittleren Unternehmen sowie Abgeordnete des Bundestags, der Landtage und des Europaparlaments. Sowohl Abgeordnete als auch Unternehmen setzten Fake News an die Spitze ihres Risiko-Rankings. "Soziale Medien verändern das Informationsverhalten und den politischen Diskurs gravierend. Die Tragweite dieser Entwicklung wird bisher nicht annähernd erkannt. Die Besorgnis vieler Abgeordneter ist durchaus verständlich", sagte Renate Köcher, Geschäftsführerin des Instituts für Demoskopie Allensbach.

Zugleich schätzten Unternehmen viele Gefahren höher ein als die Abgeordneten. So fürchten sich 73 Prozent der befragten Unternehmer und lediglich 58 Prozent der Politiker vor Datenbetrug im Internet. Eingriffe in die Privatsphäre von Bürgern durch vernetzte Haustechnik bewerteten 55 Prozent der Unternehmer und 43 Prozent der Politiker als wachsendes Sicherheitsrisiko.

Einig sind sich Wirtschaftsführer und Abgeordnete in der Auffassung, dass die Politik zur Bekämpfung von Cyber-Risiken in Unternehmen beitragen kann. 90 Prozent der Unternehmensvertreter waren dieser Ansicht, Politiker stimmten zu 100 Prozent zu. Da gleichzeitig lediglich neun Prozent der Manager mit staatlichen Einrichtungen im Bereich der Cyber-Sicherheit vertraut sind, empfehlen die Autoren der Studie einen stärkeren Austausch in dem Bereich.

Quelle: n-tv.de, mau

Mehr zum Thema