Wirtschaft

Facebook hat ein Problem Unterstützer wenden sich von Libra ab

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(Foto: REUTERS)

Facebook will mit einer digitalen Währung das Finanzsystem aufmischen - und stößt damit auf massiven Widerstand. Frühe Unterstützer des Projekts gehen deshalb lieber in Deckung.

Geballte Kritik und Regulierungsankündigungen sorgen dafür, dass Facebooks geplante digitale Währung an Rückhalt verliert. Wie die "Financial Times" berichtet, gehen mindestens drei der frühen Unterstützer auf Distanz zum "Libra" genannten Projekt. Um welche Firmen es sich handelt, veröffentlichte die Zeitung allerdings nicht.

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Zu den Partnern gehören insgesamt 28 Unternehmen, darunter Mastercard, Visa, Paypal, Uber, Vodafone und Spotify. Die Firmen, vor allem aus der Tech- und Finanzbranche, bilden das Konsortium "Libra Association". Es soll in Genf angesiedelt werden und die Digital-Währung verwalten.

Facebook hat das Konzept vorangetrieben und die erste Phase der Entwicklungsarbeiten finanziert. Jedes der Konsortium-Mitglieder hatte unverbindlich zugesagt, zehn Millionen Dollar in den finanziellen Grundstock einzuzahlen.

Facebook will Libra im kommenden Jahr für Verbraucher verfügbar machen, die Idee stößt aber bei Politikern und Zentralbanken zum Teil auf massiven Widerstand - auch bei der EU-Kommission. Die EU-Wettbewerbshüter hatten Facebook bereits in der Vergangenheit ins Visier genommen. Wegen irreführender Angaben zur möglichen Datenzusammenführung bei der Übernahme von WhatsApp musste das Unternehmen etwa 110 Millionen Euro Strafe zahlen.

Finanzminister kritisieren Libra

Heftigen Gegenwind gibt es auch von den G7-Finanzministern, die davor warnten, Libra könne das internationale Finanzsystem gefährden. Sie erklärten unter anderem, eine Währung gehöre nicht in die Hände eines Privatunternehmens.

Zwei der Libra-Partnerunternehmen sagten der "FT", dass sie in der Wahrnehmung der starke Fokus auf die Regulierung beunruhige. Deshalb werde erwogen, sich aus dem Projekt zurückzuziehen. Von einem weiteren Unternehmen hieß es, dass es Libra öffentlich nicht mehr unterstützen wolle - aus Furcht, Regulierungsbehörden in der eigenen Branche auf den Plan zu rufen.

Dem Bericht zufolge ärgert sich Facebook derweil, dass die Partnerunternehmen Libra  öffentlich zu wenig unterstützen. "Facebook ist es leid, sich als einziger aus dem Fenster zu lehnen", zitiert die Zeitung ein Mitglied des Konsortiums.

Quelle: n-tv.de, jga/dpa/AFP

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