Wirtschaft

Auslieferungen in Frankreich VW-Tochter soll Statistik geschönt haben

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Laut einem internen Bericht soll VW in Wolfsburg seine Kontrollaufgaben vernachlässigt haben.

(Foto: REUTERS)

Um die Bilanz besser aussehen zu lassen, meldet die französische Tochter des VW-Konzerns über Jahre geschönte Auslieferungszahlen nach Wolfsburg. Es soll sich um fast 800.000 unkorrekt gemeldete Autos handeln. Die Konzernspitze wusste wohl seit 2012 davon.

Die französische Konzerntochter von Volkswagen hat einem Bericht des "Spiegel"-Magazins zufolge seit 2010 falsche Auslieferungszahlen an die Zentrale in Wolfsburg gemeldet. Dabei sei es offensichtlich darum gegangen, die Jahresstatistik besser aussehen zu lassen, berichtete das Magazin.

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Demnach verbuchten die Manager fast 800.000 Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Seat, Skoda sowie der Nutzfahrzeugsparte als ausgeliefert, obwohl sie noch gar nicht zugelassen waren. Interne Revisoren hätten festgestellt, dass ein Teil der Fahrzeuge "erst nach mehreren Monaten oder Jahren zugelassen" worden seien. Bei manchen habe es nicht einmal Kaufverträge gegeben.

Ein vertraulicher Bericht kritisiert auch das Management in Wolfsburg: "Die Governanceaufgaben wurden nicht wahrgenommen", zitierte der "Spiegel" aus dem Papier. Volkswagen erklärte auf Anfrage, interne Dokumente kommentiere der Konzern nicht.

Die Manipulationen der französischen Tochter waren der Konzernmutter dem Bericht zufolge bekannt: Seit 2012 sei bei der Marke VW das Ausmaß der falschen Auslieferungsmeldungen "detailliert" verfolgt worden. Bei der Marke Audi habe sich der Vertrieb wohl auf die gefälschten Statistiken eingestellt.

Konzernchef Matthias Müller habe den Prüfbericht am 24. April erhalten. Der Frankreich-Chef von VW, Jacques Rivoal, sei danach zurückgetreten. Damals hieß es lediglich, es gebe "Meinungsverschiedenheiten".

Quelle: ntv.de, jug/AFP

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