Wirtschaft

Umstellung auf WLTP VW hinkt bei neuen Abgastests hinterher

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In 13 Monaten müssen bei Volkswagen für 260 Motor-Getriebe-Varianten neue WErte ermittelt werden.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Autohersteller arbeiten unter Hochdruck an der Umstellung auf den neuen Prüfstandard bei den Abgastests. Nicht alle kommen damit jedoch gleich schnell voran. Volkswagen wird vorerst nicht alle Modelle liefern können.

Der Volkswagen-Konzern kommt bei der Umstellung seiner Modelle auf die neuen WLTP-Zulassungsanforderungen deutlich langsamer voran als die Konkurrenz. Die "Automobilwoche" berichtet unter Berufung auf den ADAC, nur neun Modellvarianten erfüllten die neueste Abgasnorm 6d-temp. Sechs waren von Audi, drei von VW. Porsche, Seat und Skoda tauchen nicht auf. Bei Mercedes waren es bereits 123, bei BMW 110 freigegebene Modellvarianten. 

Eine VW-Sprecherin verteidigte die Verzögerung: "Im Volkswagen-Konzern müssen für mehr als 260 Motor-Getriebe-Varianten neue Werte in kürzester Zeit ermittelt werden." Dafür habe man seit Inkrafttreten des Gesetzes nur 13 Monate Zeit. Konzernvertriebschef Fred Kappler kündigte an, dass einige Fahrzeuge vermutlich später als geplant an Kunden übergeben würden. 

Der Autohandel befürchtet gravierende Auswirkungen. "WLTP ist ein Riesenthema, das wahnsinnig frustriert, weil wir nichts wissen", sagte Franz Hirtreiter, Chef der VW-Handelsgruppe AVP, der "Automobilwoche": "Wir können den Kunden nicht sagen, wann ihre Fahrzeuge lieferbar sein werden."

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Die vier Buchstaben WLTP stehen für "Worldwide Harmonized Light-Duty Vehicles Test Procedure" und damit für ein EU-weit einheitliches Prüfverfahren, mit dem Kraftstoffverbrauch und Abgasausstoß von Autos ermittelt und so vergleichbar gemacht werden sollen. Diese Werte werden ab September die Grundlage für die Herstellerangaben zum Verbrauch, aber auch für die Höhe der Kfz-Steuer sein. WLTP wird dann den bislang geltenden Prüfzyklus NEFZ ablösen.

Wegen der Verzögerungen bei dem neuen Messverfahren muss VW ab August auch Tausende Autos zwischenparken, wie der Konzern mitteilte.

Quelle: n-tv.de, ddi

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