Wirtschaft

Absatzsprung in der Kernmarke VW verkauft deutlich mehr Autos

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Fast zwölf Prozent mehr als im November 2016: An der Fertigungsstrecke in Wolfsburg entstehen "Golf 7".

picture alliance / Rainer Jensen

Im deutschen Autobau läuft es glänzend: Im Herbst können die großen Marken der Autoindustrie ihre Absatzzahlen ausbauen. Volkswagen kommt im Pkw-Geschäft im Vergleich zum Vorjahresmonat auf ein Plus im zweistelligen Bereich.

Die Volkswagen-Kernmarke VW hat im November bei den Auslieferungen kräftig zugelegt. Weltweit lieferte die Pkw-Marke mit dem VW-Logo 594.300 Fahrzeuge an Kunden aus, das waren 11,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, wie das Dax-Unternehmen mitteilte.

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Die Wolfsburger verzeichnen damit nach elf Monaten ein Auslieferungsplus von 4 Prozent auf 5,64 Millionen Autos. Auch in Deutschland, wo die Dieselkrise den Absatz zuletzt belastet hatte, konnte VW im November wieder punkten und 8 Prozent mehr Fahrzeuge an den Markt bringen. Das entspricht einer Gesamtzahl von 47.800 Autos, die VW im November an Kunden in Deutschland verkaufen konnte.

Die stärksten Zuwächse bei den Verkaufszahlen gab es aber in den sich erholenden Auslandsmärkten Russland und Brasilien. In China kletterten die Verkäufe weiter ebenfalls kräftig. Lediglich in Nordamerika gab es im abgelaufenen Monat ein Minus.

Steilvorlage für die Gewerkschaft

Mit den starken Verkaufszahlen im Rücken muss sich Volkswagen auf neue Lohnforderungen aus der Belegschaft einstellen. Die erste Runde der Tarifverhandlungen für die rund 130.000 VW-Beschäftigten blieb zuletzt ohne Ergebnis. VW sei den Forderungen der Gewerkschaften mit Verweis auf Renditeziele und Sondereffekte nicht entgegengekommen, teilte die IG Metall zu Wochenbeginn mit.

Die Gewerkschaft fordert sechs Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von zwölf Monaten, eine Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung und die Verpflichtung zur Einstellung von Auszubildenden. Der VW-Haustarifvertrag gilt für die Beschäftigten der Werke in Wolfsburg, Braunschweig, Hannover, Salzgitter, Emden und Kassel sowie der Volkswagen Financial Services AG.

Das Verhalten der Arbeitgeber sei enttäuschend, sagte IG-Metall-Bereichsleiter Thorsten Gröger. Das Unternehmen rede die eigene wirtschaftliche Entwicklung klein und verweise auf globale Risiken. Bis zur nächsten Verhandlungsrunde am 11. Januar müsse es deutliche Bewegung in Form eines verhandlungsfähigen Angebots geben.

VW-Verhandlungsführer Martin Rosik erklärte, man habe der Gewerkschaft die Position des Autobauers erläutert und ihr angeboten, gemeinsam eine Lösung zu erarbeiten. Volkswagen stehe vor enormen Herausforderungen, betonte Rosik. Digitalisierung und Elektromobilität erforderten enorme Investitionen. "Diese Mittel muss das Unternehmen erst erwirtschaften." Deshalb komme es in der Tarifrunde mehr denn je auf einen maßvollen Abschluss an.

Aktionärsklage erst kommenden Herbst

Bei der juristischen Aufarbeitung des Abgas-Skandals aus Anlegersicht bekommt der Dax-Konzern unterdessen mehr Zeit. Statt im April soll das Musterverfahren gegen VW am Oberlandesgericht Braunschweig nun erst im September kommenden Jahres beginnen. Das Gericht kommt damit der Bitte von Volkswagen um Verlängerung einer Frist nach.

In dem Verfahren wird eine Klage der Deka Investment GmbH verhandelt. Das Urteil kann dann auf weitere Klagen übertragen werden. Insgesamt fordern Anleger von VW über das Musterverfahren bislang rund 3,1 Milliarden Euro. Es seien aber noch weitere Klagen anhängig, sagte ein Gerichtssprecher. Die Summe kann somit noch steigen.

Die Anleger werfen VW vor, im September 2015 zu spät über die Abgas-Manipulationen informiert zu haben. Volkswagen weist die Vorwürfe zurück. Nach dem Bekanntwerden der Manipulationen waren die Papiere steil nach unten gerauscht, fast die Hälfte ihres Wertes hatten die Vorzugsaktien des Konzerns seit dem Ausbruch der Krise zwischenzeitlich verloren. Viele Anleger wollen sich ihre Verluste vom Konzern erstatten lassen.

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

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