Wirtschaft

Google bezahlt dubiose Webseiten Verbreiter von Fake News verdienen Millionen

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Google zahlt Millionen an Verschwörungstheoretiker.

(Foto: imago images/xim.gs)

Verschwörungstheorien im Internet zu verbreiten, ist ein boomendes Geschäft. Dubiose Webseiten verdienen damit Millionen - diese Werbeeinnahmen verschaffen ihnen Google, Amazon & Co. Im Zusammenhang mit Corona können falsche Informationen Menschen allerdings das Leben kosten.

Google, Amazon und andere Online-Werbeanzeige-Anbieter werden in diesem Jahr Verbreitern von Falschinformationen zur Corona-Pandemie mindestens 25 Millionen Dollar (rund 22 Millionen Euro) an Werbeeinnahmen bescheren. Das geht aus einer Studie des Global Disinformation Index (GDI) hervor. Dahinter steckt eine Forschergruppe aus Großbritannien, die Fake-News-Seiten aufdeckt und ihre Risiken bewertet.

Die Ergebnisse der Studie zeigen: Google allein sorgt bei Webseiten, die Verschwörungstheorien und Falschinformationen zu Corona verbreiten, für Einnahmen in Höhe von 19 Millionen Dollar. Auch die amerikanische Werbeplattform von Amazon beschert solchen Internetseiten Summen von rund 1,7 Millionen Dollar. Der Anzeigenanbieter OpenX wickelt rund 10 Prozent der Einnahmen ab.

Technologieriesen wie Google, Amazon und Co. haben sich verpflichtet, gegen Fehlinformationen und Hassrede durchzugreifen. Die Forschergruppe des GDI glaubt allerdings, dass diese Plattformen mehr tun müssen, um die Verbreitung falscher Informationen einzudämmen. "Viele Unternehmen sprechen öffentlich über ihr Engagement bei der Demonetarisierung von hasserfüllten und schädlichen Inhalten vor allem im Zusammenhang mit der Pandemie. Diese Aussagen stimmen allerdings nicht mit dem überein, was unsere Daten zeigen", sagte Danny Rogers, Mitgründer des Global Disinformation Index, Bloomberg.

Verschwörungstheorien können Leben kosten

Die GDI-Forscher warnen vor den gesellschaftlichen Schäden, die Verschwörungstheorien anrichten und im Zusammenhang mit dem Coronavirus sogar das Leben kosten können. Unter den Anzeigen, die auf solch fragwürdigen Seiten landeten, waren auch die Inserate bekannter internationaler Marken wie L'Oréal, Seat, Merck oder Canon.

Die GDI-Analysten haben zwischen Januar und Juni insgesamt 480 Webseiten untersucht, die Verschwörungstheorien über die Corona-Pandemie streuen. Dabei haben sie geschätzt, wie hoch der Anteil an Werbeeinnahmen der Tech-Plattformen Google, Amazon und Co. an diese Internetseiten ausfällt. Dabei beschränkte sich die Studie auf die Analyse englischsprachiger Internetseiten und die dort auftauchenden Werbeanzeigen. Social-Media-Seiten wurden nicht berücksichtigt. Die Gesamteinnahmen durch Falschinformationen im Netz dürften also noch wesentlich höher liegen.

Quelle: ntv.de, lmw/GDI/Bloomberg