Wirtschaft

Gespräche über Tarifwerk Verdi buhlt um Gunst der Flugbegleiter

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Die Gewerkschaft Ufo droht mit unbefristeten Streiks des Kabinenpersonals.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Gewerkschaft Ufo vertritt die Interessen der Lufthansa-Flugbegleiter. Auch Verdi will neuerdings die Rechte des Kabinenpersonals vertreten und möchte auf eigene Faust über ein mögliches Tarifwerk verhandeln. Ein Streit der beiden Arbeitnehmervertreter scheint unvermeidbar.

Im Lufthansa-Konzern droht eine heftige Auseinandersetzung um die Frage, welche Gewerkschaft künftig die Interessen der rund 20.000 Flugbegleiter vertritt. Das Unternehmen lotet mit der Gewerkschaft Verdi konkrete Verhandlungen zu einem Tarifwerk aus. Bislang ist die Spartengewerkschaft Ufo für die Regelungen des Kabinenpersonals zuständig und droht aktuell mit unbefristeten Streiks, berichtete das "Handelsblatt". Am Freitag habe es eine erste Sondierungsrunde mit Lufthansa gegeben und es seien weitere Gesprächstermine vereinbart worden, sagte eine Verdi-Sprecherin in Berlin.

Die Zeitleiste zu einem möglichen Tarifvertrag sei noch völlig offen, sagte die Gewerkschafterin. Es gehe darum, die drängendsten Probleme der Beschäftigten zu lösen. Unter anderem will Verdi die Bedingungen für Neueinstellungen verbessern, allgemein höhere Gehälter und Zulagen erreichen sowie das umstrittene Monitoring abschaffen, das bestimmte Leistungen vom wirtschaftlichen Unternehmenserfolg abhängig macht.

Lufthansa erklärte lediglich, dass Verhandlungen mit der Verdi "grundsätzlich eine Option" seien. Die von internen Streitigkeiten geschwächte Ufo reagierte scharf auf die drohende Tarif-Konkurrenz. Man vertrete immer noch die deutliche Mehrheit der Flugbegleiter bei der Lufthansa-Kerngesellschaft, sagte ein Gewerkschaftssprecher. Das Unternehmen und Verdi versuchten gemeinsam, die laufenden Urabstimmungen zu beeinflussen und Austritte der Ufo-Mitglieder zu provozieren. Dafür würden "Tarifgeschenke" versprochen.

Die Spartengewerkschaft Ufo ist seit 2002 Tarifpartner des Airline-Konzerns, Streiks der Flugbegleiter hatte sie in den Jahren 2012 und 2015 organisiert. Lufthansa erkennt aktuell den Ufo-Vorstand nicht an und will vor Gericht klären lassen, ob die Gewerkschaft noch tariffähig ist. Am kommenden Freitag entscheidet eine Ufo-Mitgliederversammlung über eine mögliche Abwahl des Vorstands sowie eine neue Wahlordnung. Zudem läuft die Frist für die Urabstimmungen zu Streiks bei Lufthansa und vier weiteren deutschen Flugbetrieben des Lufthansa-Konzerns aus.

Quelle: ntv.de, ibu/dpa