Wirtschaft

Haftstrafe für Abgasmanipulation Veruteilter VW-Manager lässt Berufung prüfen

Für sieben Jahre muss der VW-Manager Schmidt in den USA hinter Gitter. Nun gibt sein Anwalt ein Interview zu dem Fall. Überrascht über die Strafe sei er nicht, sagt er. Er bringt allerdings einen Gefangenenaustausch ins Spiel.

Der in den USA zu sieben Jahren Haft verurteilte VW-Manager Oliver Schmidt überlegt noch, ob er den strengen Richterspruch anficht. "Wir prüfen, ob wir Rechtsmittel einlegen", sagte sein Berliner Anwalt Alexander Sättele der "Welt am Sonntag". Ein rechtskräftiges Urteil ist demnach Voraussetzung dafür, dass Schmidt einen Antrag auf Verbüßung seiner Strafe in einem deutschen Gefängnis stellen kann.

Die harte Strafe für den VW-Manager sei "keine Überraschung" gewesen, sagte sein Anwalt weiter. Er glaube nicht, dass Schmidt beim Gericht einen VW-Malus gehabt habe. "Das Strafniveau ist einfach höher." Die "Bild am Sonntag" berichtete, die Bemühungen der Anwälte, eine Überstellung nach Deutschland zu ermöglichen, beinhalteten auch die Möglichkeit eines Gefangenenaustausches.

Schmidt wusste seit 2015 Bescheid

Schmidt war am Donnerstag von einem Bundesrichter in Detroit wegen Vertuschung der Abgasmanipulationen bei Dieselfahrzeugen von VW verurteilt worden. Der 48-Jährige hatte sich im August aufgrund einer Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft der Verschwörung zum Betrug an den USA sowie des Verstoßes gegen das Luftreinhaltegesetz schuldig bekannt. Er wusste nach eigenem Eingeständnis seit Sommer 2015, dass die Emissionswerte von Stickoxid mittels einer Software nach unten manipuliert wurden.

Der VW-Manager befindet sich seit Anfang Januar in Haft. Er war während eines Urlaubs im US-Bundesstaat Florida festgenommen worden. Seine bisherige Haftzeit wird ihm den Gerichtsangaben zufolge auf seine Strafe angerechnet.

Quelle: ntv.de, vpe/AFP