Wirtschaft

Tencent-Aktie bricht ein Videospielverbot trifft Tech-Konzern in China

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Tencent darf sein PC-Spiel "Monster Hunter: World" in China nicht verkaufen.

(Foto: Capcom)

Das millionenfach vorbestellte PC-Spiel "Monster Hunter: World" darf in China nicht verkauft werden. Der Lizenzentzug schickt den Aktienkurs des Entwicklers Tencent auf Talfahrt. Dabei sind die Behörden gar nicht sicher, wer überhaupt für Videospiele zuständig ist.

Das chinesische Unternehmen Tencent kämpft mit regulatorischen Hürden auf dem Videospielmarkt. Chinesische Medienaufsichtsbehörden haben dem neuen potentiellen Blockbuster-PC-Spiel "Monster Hunter: World" nur wenige Tage nach Erscheinen die Lizenz in dem Land entzogen. Daraufhin nahm Entwickler Tencent das Spiel von seiner Vertriebsplattform WeGame. Die Aktien des Unternehmens brachen anschließend um 3,4 Prozent ein. Spiele sind die größte Umsatzquelle für den Konzern.

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Die Behörden begründeten ihre Entscheidung mit einer "großen Anzahl Beschwerden" über die Inhalte des Spiels. Tencent verkaufte das Spiel, das der Konzern von der japanischen Capcom lizenziert hat, für umgerechnet 44 Dollar. Vor Erscheinen auf WeGame gab es schon über eine Million Vorbestellungen. Käufern bot Tencent eine Rückerstattung an.

Monster Hunter sollte das stagnierende Geschäft mit PC-Spielen anschieben. In der Sparte verbuchte Tencent im zweiten Quartal einen Umsatzrückgang im Vergleich zum Auftaktquartal von 8 Prozent. Der Umsatz mit mobilen Spielen sank im Quartalsvergleich sogar noch stärker, nämlich um knapp ein Fünftel auf 17,6 Milliarden Yuan. Tencent konnte die Popularität der Spiele nicht zu Einnahmen machen.

Behörden rätseln über Zuständigkeit

Um in China Geld mit Spielen verdienen zu können, müssen zwei Behörden zustimmen: die Nationale Radio- und TV-Verwaltung und das Ministerium für Kultur und Tourismus. Die erste der beiden Behörden hat seit März keine neuen Spiele mehr zugelassen, was Analysten zufolge einer Restrukturierung geschuldet ist. Die Medienaufsichtsbehörden seien "immer noch in einer Phase des Übergangs, wodurch es etwas unklar ist, wer aktuell verantwortlich für die Zulassung von Spielen ist", sagte Yang von Blue Lotus. "Fünf Monate lang steht alles still."

Tencent war lange der Liebling der Anleger. Der Wert des Konzerns hat sich in fünf Jahren fast verfünffacht. Dieses Jahr war allerdings anders. Nach einem Rekordhoch im Januar verlor die Aktie im bisherigen Jahresverlauf 29 Prozent. Das Verbot des Tencent-Spiels übt auch Druck auf andere Online-Spieleentwickler in Asien aus. Auch die Titel des Mitbewerbers Giant Network fielen um 3,5 Prozent.

Quelle: ntv.de, mba/DJ/rts