Wirtschaft

US-Energieversorger vor Pleite Waldbrände zwingen PG&E in die Insolvenz

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In den letzten beiden Jahren starben bei den Waldbränden in Kalifornien über 100 Menschen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der US-Energieversorger PG&E wird für die verheerenden Waldbrände in Kalifornien verantwortlich gemacht. Die drohenden Kosten durch Schadensersatzforderungen von mehr als 30 Milliarden Dollar gefährden die Existenz des Unternehmen - das nun Insolvenz beantragt.

Die verheerenden Waldbrände in Kalifornien treiben den größten US-Energieversorger PG&E in die Pleite. Das Management beschloss die Ablösung von Konzernchefin Geisha Williams und kündigte einen Antrag auf Gläubigerschutz für Ende Januar an.

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Feuerexperten sind bei der Untersuchung der Ursachen für die Waldbrände vom Oktober 2017 in Kalifornien zu dem Schluss gekommen, dass Stromleitungen des Konzerns für 18 dieser Feuer verantwortlich waren. Den Waldbränden damals waren etwa 80.000 Hektar Fläche und 3.256 Gebäude zum Opfer gefallen. 22 Menschen starben.

Kalifornien untersucht ferner, ob eine Hochspannungsleitung von PG&E auch für das sogenannte Camp Fire vom November vergangenen Jahres verantwortlich ist. Die bisher größte Waldbrandkatastrophe in dem US-Bundesstaat hat 86 Todesopfer gefordert.

5,4 Millionen Kunden in Kalifornien

Auf das Unternehmen könnten im Zusammenhang mit den Bränden 2017 und 2018 nach eigenen Angaben Kosten von bis zu 30 Milliarden Dollar zukommen. Im Rahmen des gerichtlich überwachten Insolvenzverfahrens will der Konzern seinen Verpflichtungen nachkommen und sich einer Restrukturierung unterziehen.

Der Prozess dürfte nach Auskunft von Beratern bis zu zwei Jahre dauern. Die Energieversorgung soll dadurch nicht beeinträchtigt werden. PG&E beliefert in Kalifornien 5,4 Millionen Kunden mit Strom und 4,3 Millionen mit Erdgas. Mehr Kunden hat kein Energieunternehmen in den USA.

Quelle: n-tv.de, mba/rts

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