Wirtschaft

Leicht Abgaben Wall-Street-Anleger gehen in Lauerstellung

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Die Rekordjagd an der Wall Street ist zumindest unterbrochen.

(Foto: picture alliance / newscom)

US-Börsianer halten ihr Pulver trocken. Vor der Rede von Fed-Chef Powell werden kaum größere Engagements gewagt. Unter besonderer Beobachtung sind weiter die Werte von Einzelhändlern. Zu unsicher ist die weitere Entwicklung der Pandemie.

Nach der mehrtägigen Gewinnstrecke mit meist kleinen Aufschlägen bei den Indizes und dem bereits 51. Rekordhoch des S&P-500 im laufenden Jahr haben die US-Börsen nachgegeben. Für Zurückhaltung sorgte der am morgigen Freitag anstehende Auftritt von US-Notenbankpräsident Jerome Powell beim virtuellen Notenbankertreffen in Jackson Hole. Daneben verschreckte die Entwicklung in Afghanistan, wo bei einer Attentatserie am Flughafen Kabul Dutzende von Menschen ums Leben kamen, darunter auch mehrere US-Soldaten.

Neue US-Konjunkturdaten bewegten kaum, sowohl die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fiel im Rahmen der Erwartung aus wie auch die zweite Lesung des US-BIP-Wachstums im zweiten Quartal mit einem Plus von 6,6 Prozent. Am Ende kam der Dow-Jones-Index um 0,5 Prozent zurück auf 35.213 Punkte und schloss damit ebenso wie die anderen Indizes knapp über dem Tagestief. Der breiter gefasste S&P-500 und der technologiebasierte Nasdaq-Composite gaben ähnlich nach.

Neigung zu Gewinnmitnahmen

Von der Powell-Rede wird mehrheitlich noch keine Ankündigung einer für den Aktienmarkt ungünstigen strafferen Geldpolitik in Form eines Zurückfahrens der monatlichen Wertpapierkäufe (Tapering) erwartet. Weil dies aber nicht ausgemacht ist, neigten manche Akteure zu Gewinnmitnahmen. Ökonomen rechnen mit Taper-Signalen eher im September oder Oktober. Die Wirtschaftsdaten seien zwar gut, aber die Dynamik lasse nach und die Inflationsängste seien nicht gestiegen, kommentierte Paolo Zanghieri, Ökonom bei Generali Investments, die vorherrschende Erwartungshaltung.

Am Aktienmarkt stiegen Salesforce.com um 2,7 Prozent auf 267,79 Dollar und waren klarer Spitzenreiter im Dow-Jones-Index. Das Unternehmen hatte mit seinen Zahlen zum zweiten Quartal die Erwartungen deutlich übertroffen. Der SAP-Wettbewerber hob zudem seinen Ausblick an. Canaccord Genuity hob darauf das Kursziel von 270 auf 305 Dollar an. Snowflake legten um 7,6 Prozent zu. Das ebenfalls auf Cloud-Computing spezialisierte Unternehmen hatte seinen Umsatz mehr als verdoppelt.

Einzelhändler unter Druck

Autodesk (-9,4 Prozent) enttäuschte mit dem Ausblick auf das laufende dritte Quartal. Die Zahlen zum zweiten Quartal des Softwareunternehmens lagen im Rahmen der Erwartungen von Analysten. Williams-Sonoma machten eine Satz um gut 9 Prozent, nachdem der Inneneinrichter eine Dividendenanhebung und eine neues Aktienrückkaufprogramm vorgestellt hatte. Dollar Tree verbilligten sich um über 12 und Dollar General um 3,8 Prozent.  Die beiden Discounter enttäuschten mit neuen Angaben zur Geschäftsentwicklung.

Für Abercrombie & Fitch ging es um 10,4 Prozent südwärts, nachdem der Textil-Einzelhändler mit seinem Zweitquartalsumsatz die Erwartungen verfehlt hatte. Dass der Nettogewinn die Erwartungen klar übertraf, half nicht. Bei dem starken Kursminus könnten auch Gewinnmitnahmen eine Rolle gespielt haben, denn seit Jahresbeginn hat sich der Kurs fast verdoppelt. In den vergangenen Tagen waren auch bei anderen Unternehmen aus dem Einzelhandelssektor gute Geschäftszahlen oft nicht mehr honoriert worden, zum einen weil die Messlatten sehr hoch liegen, zum anderen, weil es zuletzt aus dem Einzelhandelssektor Signale für eine nachlassende Dynamik gab.

Quelle: ntv.de, jwu/DJ

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