Biontech büßt kräftig einWall Street behält den Ölpreis im Visier

Die US-Regierung tut einiges, um den Ölpreis zu stabilisieren. Ein nahes Kriegsende sagt etwa US-Präsident Trump voraus. Das hievt die Wall Street zumindest zeitweise ins Plus. Zum Abend ist die Skepsis zurück. Die Aktien von Biontech müssen kräftig Federn lassen.
Mit dem Absturz der Ölpreise ist die Wall Street während des Handels zumindest temporär ins Plus vorgerückt. Zum Börsenschluss wurden leichte Abgaben verbucht. Es hielt sich weiter Skepsis über ein baldiges Ende des Iran-Krieges, wie es US-Präsident Donald Trump am Vortag in Aussicht gestellt hatte. Denn US-Kriegsminister Pete Hegseth hatte andere Signale ausgesandt und Israel hielt am Kriegsziel eines Regimewechsels im Iran fest. Dennoch gaben die Erdölpreise zunächst um einen zweistelligen Prozentwert nach. Meldungen, die US-Marine habe Öltanker erfolgreich durch die Straße von Hormus eskortiert, blieben unbestätigt - in der Folge reduzierten die Ölpreise ihre Abgaben auf 8 bis 9 Prozent leicht, die Aktienkurse drehten wieder knapp ins Minus.
Der Dow-Jones-Index verlor 0,1 Prozent auf 47.707 Punkte, der S&P-500 gab 0,2 Prozent ab und die Nasdaq-Indizes stagnierten. An der Nyse wurden 1311 (Montag: 1235) Kursgewinner gezählt, denen 1446 (1539) -verlierer gegenüberstanden. Unverändert schlossen 64 (54) Titel. Neben der vagen Hoffnung auf ein baldiges Kriegsende wurde der Ölpreis auch durch die Internationale Energie-Agentur (IEA) gedrückt. Denn die IEA berief ein außerordentliches G7-Treffen zur Freigabe strategischer Ölreserven ein. Des Weiteren hatte Saudi-Arabien eine erhöhte Kapazitätsauslastung der saudischen Ost-West-Pipeline bekannt gegeben. Denn mittels dieser Pumpleitung entfallen Schiffspassagen durch die Seestraße von Hormus, die angesichts iranischer Drohungen als extrem gefährlich gilt. "Der wahre Test für die Ölpreise wird sein, wann und ob Tanker die Straße von Hormus wieder sicher durchqueren", warnte Analyst Dennis Kissler von BOK Financial.
Die Notierungen am Anleihemarkt sanken am langen Ende des Marktes leicht. Für die Rendite zehnjährigen US-Staatsanleihen ging es um 2 Basispunkte auf 4,15 Prozent nach oben. Der noch immer hohe Ölpreis hielt Inflationssorgen am Köcheln und dämpfte womöglich den Spielraum für Zinssenkungen. Der Dollar baute seine Vortagesverluste weiter aus - der Dollar-Index verlor 0,3 Prozent. Der Greenback hatte zuletzt von seinem Status als "sicherer Hafen" profitiert. Wäre der Dollar ein unangefochten sicherer Hafen, wäre er deutlich stärker gestiegen, zogen die TD-Analysten die Rolle des Greenbacks in Zweifel. Der Goldpreis stieg gestützt vom gefallenen Dollar. Die Feinunze verteuerte sich um 1,1 Prozent.
Biontech-Kurse stürzen ab
Unter den Einzelaktien standen die Geschäftszahlen für das dritte Quartal von Oracle nach der Schlussglocke im Fokus. Die Aktie war seit ihrem Höchststand im September angesichts der Sorgen über den KI-Boom stark gefallen - nun büßte der Kurs weitere 1,4 Prozent ein. Hewlett Packard Enterprise gaben nach Geschäftsausweis zur ersten Periode um 3,2 Prozent nach. Zwar hatte der Konzern einen Einnahmesprung im Netzwerkgeschäft verbucht, die Entwicklung in den wichtigen Bereichen Cloud und KI verlangsamte sich aber.
Die Aktie der deutschen Biontech sackte um 17,9 Prozent ab. Das Unternehmen war im vierten Quartal in die roten Zahlen gerutscht. Auch der Ausblick habe nicht überzeugt, hieß es. Schwerer belastete aber, dass die Gründer ihren Rückzug aus dem Biotechnologie-Unternehmen angekündigt hatten, wie es hieß.
Kohl's verloren 1,5 Prozent - der Kaufhauskonzern wartete mit besser als gedacht ausgefallenen Quartalszahlen auf. Händler wie Ross, T.J. Maxx und Burlington haben Kohl's während des Weihnachtsgeschäfts offenbar Marktanteile abgenommen, wie die Analysten von JP Morgan bemängelten. Vertex sprangen nach positiven Studienergebnissen des Pharmakonzerns um 8,3 Prozent nach oben. Paramount Skydance rutschten nach einem negativen Kommentar durch die Bank of America um 7,6 Prozent ab.