Wirtschaft

Dow-Jones lässt Federn Wall Street legt nach Rekordjagd Pause ein

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An der Wall Street geht es heute etwas ruhiger zu.

(Foto: REUTERS)

Nach den jüngsten Rekorden kehrt an der Wall Street etwas Ruhe ein. Viele Anleger warten lieber auf die anstehenden Konjunkturdaten und Geschäftsberichte aus dem Bankensektor. Für Aufsehen sorgt allein die geplante Übernahme von Nuance Communications durch Microsoft.

Nach der erneuten Rekordjagd zum Wochenschluss hat sich die Wall Street kaum vom Fleck bewegt. Die Zeichen standen auf Konsolidierung. Anlegern steht eine ereignisreiche Woche bevor, gerade im Bankensektor: So öffnen JP Morgan, Goldman Sachs und Wells Fargo am Mittwoch ihre Bücher, am Donnerstag folgen Bank of America und Citigroup. Nervosität herrschte wegen den am Dienstag anstehenden Verbraucherpreisen, nachdem die US-Erzeugerpreise zuletzt mächtig angezogen hatten.

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Zwar hatte die US-Notenbank zuletzt immer wieder erklärt, dass sich Preisanstiege als vorübergehend erweisen dürften und sie gegen solche nicht vorgehen werde. US-Notenbankpräsident Jerome Powell sieht die US-Wirtschaft indes an einem Wendepunkt. Das Produktions- und Jobwachstum werde sich in den kommenden Monaten beschleunigen und die Covid-19-Pandemie sich zurückziehen. Powell schließt Zinserhöhungen 2021 dennoch weiter aus. Aber ein gewisses Misstrauen bleibt unter Anlegern.

Der Dow-Jones-Index verlor 0,2 Prozent auf 33.745 Punkte. Der S&P-500 schloss nahezu unverändert. Der Nasdaq-Composite schloss 0,4 Prozent niedriger.

Nuance Communications profitiert von Microsoft-Interesse

Microsoft
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Microsoft will Nuance Communications übernehmen. Der Deal bewertet das auf Künstliche Intelligenz und Sprachtechnologie spezialisierte Unternehmen mit 19,7 Milliarden Dollar. Derweil will Microsoft sein Aktienrückkaufprogram ungeschmälert fortsetzen. Microsoft-Titel schlossen nahezu unverändert, Nuance schossen indes um knapp 16 Prozent in die Höhe.

Boeing verloren 1,1 Prozent. Die Kapazitäten bei den Fluglinien weltweit sind in dieser Woche gegenüber den vergangenen sieben Tagen erstmals seit zwei Monaten gesunken. Dies erschwert den Flugzeugbauern das Geschäft, zumal Boeing darüber hinaus einen Streik im Staat Washington zu bewältigen hat.

Die Fluggesellschaft United Airlines Holdings rechnet für das erste Quartal 2021 mit einem deutlichen Umsatzeinbruch auf 3,2 Milliarden US-Dollar und verfehlt damit die Analystenprognosen. In einer Eingabe an die US-Börsenaufsicht SEC erklärte das Unternehmen, die Einnahmen würden um 66 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2019 abrutschen. Die Aktie sauste 3,9 Prozent nach unten.

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Tesla gewannen 3,7 Prozent auf knapp 702 Dollar, nachdem Canaccord Genuity die Aktie auf Kaufen nach oben genommen und das Kursziel auf 1.071 Dollar mehr als verdoppelt hat. Nvidia rückten um 5,6 Prozent vor, nachdem der Konzern seine Umsatzprognose angehoben hat.

Aphria brachen um 14,3 Prozent ein. Die Aktien des kanadischen Herstellers von medizinischem Cannabis verschreckt Anleger mit schwachen Drittquartalszahlen. Signet Jewelers hat den Ausblick für den Umsatz angehoben. Die Titel des Diamanteneinzelhändlers verteuerten sich daraufhin um 7,9 Prozent.

Die ADR von Alibaba steigerten sich um 9,3 Prozent. Das "chinesische Amazon" will durch Änderungen beim Geschäft und in der Struktur die Auflagen der chinesischen Regulierer erfüllen. So will Alibaba in Maßnahmen investieren, um Händler auf ihrer Plattform zu unterstützen.

Kaum Bewegung am Devisenmarkt

Am Rentenmarkt stiegen die Renditen leicht mit den Inflationssorgen. Die Zehnjahresrendite verharrte aber unter ihrem jüngsten Jahreshoch, verblieb damit indes weiter auf einem erhöhten Niveau. Händler verweisen auf die Zweifel hinsichtlich möglicher geldpolitischer Straffungen durch die Fed.

Die optimistischen Einschätzungen zur Verfassung der US-Konjunktur durch Fed-Präsident Powell stützten derweil leicht die Ölpreise. Sollte die Wirtschaft wie von Powell in Aussicht gestellt anspringen, dürfte die Erdölnachfrage steigen, hieß es.

Am Devisenmarkt tat sich wenig. Mit Blick auf die anstehenden Verbraucherpreise im März herrsche Zurückhaltung, hieß es. Allerdings werde wegen der Lockdowns deren Informationsgehalt in Sachen Inflation eher gering ausfallen, so Analysten. Der Goldpreis fiel derweil nach zwei starken Wochen zurück.

Quelle: ntv.de, jpe/DJ

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