Wirtschaft

Trotz anfänglicher Aufholjagd Wall Street verzeichnet leichte Abschläge

236879973.jpg

Die Stimmung der US-Verbraucher hellt sich auf.

(Foto: picture alliance / STRF/STAR MAX/IPx)

Trotz einer Aufholjagd geben die Kursbarometer der US-Börse leicht nach. Die Verunsicherung um die Archegos-Aktie legt sich etwas, die Biontech-Zahlen werden sehr gut angenommen. Positiv stimmt auch das Verbrauchervertrauen: Es erreicht ein neues Hoch in der Pandemie.

Die US-Börsen haben leichte Abschläge verzeichnet. Der Nasdaq-Composite hat jedoch anfänglich höhere Verluste weitgehend aufgeholt. Gedämpft wurde die Stimmung von wieder gestiegenen Renditen am Anleihemarkt. Stützend wirkte indessen, dass sich die Stimmung der für die US-Wirtschaft so wichtigen Konsumenten stärker als erwartet im März aufgehellt hat. Der Index des Verbrauchervertrauens stieg auf den höchsten Stand seit dem Ausbruch der Pandemie.

Der Dow-Jones-Index schloss 0,3 Prozent leichter bei 33.067 Punkte, der S&P-500 gab ebenfalls 0,3 Prozent nach. Für den technologielastigen Nasdaq-Composite ging es um 0,1 Prozent nach unten.

Wegen der sich aufhellenden Perspektiven für die Wirtschaft trennten sich Anleger von vermeintlich sicheren Investments wie Staatsanleihen, was deren Renditen nach oben trieb. Unter Vermögensverwaltern wächst überdies die Überzeugung, dass die US-Notenbank im kommenden Jahr die Zinsen erhöhen werde, auch wenn die Fed zugesichert hat, die Zinsen erst dann anzuheben, wenn sich die Beschäftigungslage gebessert habe und die Inflation eine gewisse Zeit oberhalb von 2 Prozent liege.

Steigende Renditen als Test der Fed-Politik?

Der Markt teste diese Zusicherung der Fed, kommentierte Hugh Gimber von JP Morgan Asset Management das Geschehen am Anleihemarkt. Gimber erwartet, dass die Anleiherenditen während des restlichen Jahres weiter steigen. Das müsse aber nicht zwangsläufig das Interesse an Aktien dämpfen. Tatsächlich war an den Aktienmärkten in den zurückliegenden Wochen eine Umschichtung zu beobachten: Anleger trennten sich von den zuvor gut gelaufenen Aktien von Technologieunternehmen, deren Ertragsaussichten nunmehr kritischer gesehen werden, zugunsten von Sektoren, die als Nutznießer einer Erholung der Wirtschaft gelten, etwa Energie, Banken und Fluggesellschaften.

Mehr zum Thema

Doch war auch dieser sogenannte Reflation Trade in den vergangenen Tagen etwas ins Stocken geraten angesichts wieder steigender Corona-Infektionszahlen, neuer Virus-Mutanten und vielerorts nur schleppend vorankommender Impfkampagnen. Dazu gesellen sich Befürchtungen, dass das Billionen Dollar schwere Konjunkturpaket von US-Präsident Joe Biden Steuererhöhungen zur Folge haben werde. Und nicht zuletzt dürften die Notverkäufe des in Schieflage geratenen US-Hedgefonds Archegos Capital Management die Marktteilnehmer noch einige Zeit beschäftigen.

Sehr gut wurden die bereits vorbörslich veröffentlichten Geschäftszahlen von Biontech aufgenommen. Die Aktie rückte um 8,9 Prozent vor. Bei den von den Archegos-Notverkäufen betroffenen Aktien kam es zu einer Erholung. ViacomCBS legten um 3,6 Prozent zu, Discovery um 5,4 Prozent und Farfetch um 8,8 Prozent. Die Banken Goldman Sachs (+1,9%) und Morgan Stanley (+1,6%) konnten die Verluste aus den Geschäften mit Archegos begrenzen, wie das Wall Street Journal berichtete. Die Zahlungsschwierigkeiten von Archegos Capital hatten bei einigen Aktien jüngst zu teils heftigen Kursverlusten geführt. Merck & Co gaben 1,7 Prozent nach. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat einen Antrag des Pharmakonzerns zurückgewiesen, das Krebsmittel Keytruda auch bei bestimmten Brustkrebspatientinnen einsetzen zu dürfen.

Quelle: ntv.de, ses/DJ

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.