Wirtschaft

Rückenwind aus den USA Dax nimmt erstmals die 15.000er Hürde

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Am deutschen Aktienmarkt markierte der Leitindex mal wieder ein neues Rekordhoch.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die USA melden täglich Rekorde bei ihrer Impfkampagne. Das hellt die Laune der Verbraucher und deutet auf eine Konjunkturbelebung. Im Sog zieht es den deutschen Aktienmarkt mit. Das Börsenbarometer schiebt sich auf ein neues Hoch - wieder einmal.

Der dritten Corona-Welle zum Trotz eilt der deutsche Leitindex Dax von Rekord zu Rekord und hat erstmals die Hürde von 15.000 Punkten übersprungen. Rückenwind kam einerseits aus den USA, wo die Impfaktionen in Eiltempo vonstatten gehen und weitere Stimmungsdaten von Seiten der Verbraucher Optimismus verbreiten. So hat sich die Wirtschaftsstimmung in der Eurozone im März überraschend stark verbessert. Zum ersten Mal seit Ausbruch der Pandemie liegt der Indikator jetzt leicht über seinem langfristigen Durchschnitt. Andererseits ist die Nachfrage nach Aktien aus der heimischen Autoindustrie und der zinssensitiven Versicherungs- und Bankenbranche stark.

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Mit einem Plus von 1,3 Prozent auf 15.009 Punkte beendete das deutsche Börsenbarometer den Handel. Im Verlauf war es bis auf 15.030 Zähler nach oben gegangen. Seit Jahresbeginn hat der Index ein Plus von neuneinhalb Prozent erreicht. Seit März 2020 beträgt das Plus sogar etwas über 80 Prozent. Vor einem Jahr hatte die Corona-Panik ihren Höhepunkt erreicht und die Börsen innerhalb nur eines Monats in die Knie gezwungen, bevor die Notenbanken rund um den Globus dann geldpolitisch eingriffen und auch Regierungen schließlich milliarden- und sogar billionenschwere Corona-Hilfspakte schnürten. Der MDax der mittelgroßen Werte schloss 0,9 Prozent höher bei 31.728 Punkten.

Autowerte und Finanztitel gesucht

Auch europaweit ging es kräftig aufwärts: Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx legte um 1,1 Prozent auf 3926 Punkte zu und erreichte den höchsten Stand seit 13 Jahren. Dem Cac 40 in Paris gelang es, mit einem Plus von 1,2 Prozent seine Verluste aus dem Corona-Börsencrash vor einem Jahr endlich wieder wett zu machen. Der britische FTSE 100 stieg dagegen nur leicht.In den USA gaben die wichtigsten Indizes zum europäischen Börsenschluss moderat nach.

Gefragt waren europaweit vor allem die Auto- sowie die Banken- und Versicherungsbranche. Spitzenwert im Dax war die Vorzugsaktien von Volkswagen mit plus 4,7 Prozent, gefolgt von BMW mit plus 3,7 Prozent. Daimler stiegen um 3,0 Prozent und unter den Banken und Versicherern standen Allianz mit plus 2,1 Prozent und Deutsche Bank mit plus 1,6 Prozent hoch im Kurs. Im MDax zogen die Anteile der Commerzbank um 3,3 Prozent an.

Die Anteilscheine von Scout24 stiegen um 3,1 Prozent. Der Online-Immobilien-Marktplatz will mit dem Gewinn aus dem Verkauf seiner Autovermittlungsplattform eigene Aktien für fast eine Milliarde Euro zurückkaufen. Für die erst seit kurzem ebenfalls im MDax notierten Papiere von Nordex ging es um 4,7 Prozent nach oben. Der Windkraftanlagenbauer erhielt einen Großauftrag aus Spanien.

Im Nebenwerteindex SDax sprangen die Aktien von Westwing um 5,6 Prozent hoch. Nach einem überraschend starken Schlussquartal ist der Online-Möbelhändler nun auch sehr optimistisch für das erste Quartal 2021 gestimmt und setzte sich auch für das Gesamtjahr ehrgeizige Ziele.

Drückt Hedgefonds-Not den Goldpreis?

Der Euro gab nach und wurde zum europäischen Börsenschluss mit 1,1724 US-Dollar gehandelt. Analystin You-Na Park-Heger von der Commerzbank verwies als Belastung auf die angespannte Corona-Lage in der Eurozone. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,1741 Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8517 Euro.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,39 Prozent am Vortag auf minus 0,33 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,30 Prozent auf 144,69 Punkte. Der Bund-Future verlor am frühen Abend 0,22 Prozent auf 171,18 Punkte.

Der Goldpreis setzte seine Talfahrt fort und rutschte mit 1686 Dollar erstmals seit dem 12. März wieder unter die Marke von 1700 je Feinunze. Seit Jahresbeginn hat Gold rund neun Prozent abgegeben. Teilnehmer sehen die aktuelle Verkaufswelle in Zusammenhang mit den Turbulenzen um den Hedgefonds Archegos Capital Management, der nach kräftigen Verlusten Margin Calls nicht bedienen konnte. Involvierte Banken waren zu Notverkäufen gezwungen. Diese haben möglicherweise auch den Goldpreis gedrückt, um Liquidität zu erlangen, wie Commerzbank-Experte Daniel Briesemann in den Raum stellte.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa/DJ

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