Wirtschaft

Schloss vor Shampoo für Schwarze Walmart verbannt diskriminierende Regale

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Nach öffentlicher Kritik reagiert Walmart.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

In einigen Geschäften des US-Einzelhandelsriesen Walmart war es bisher gängige Praxis, speziell für Schwarze entwickelte Hygieneprodukte besonders vor Diebstahl zu sichern. Nachdem es Kritik an dieser diskriminierenden Praxis gibt, leitet der Konzern ein Umdenken ein.

In Supermärkten in Deutschland ist es mittlerweile ein alltägliches Bild, dass Spirituosen oder Tabakprodukte in abschließbaren Regalen aufbewahrt werden. In den USA ging der US-Einzelhändler Walmart bis vor Kurzem sogar noch einen Schritt weiter: Auch Hygieneprodukte, die sich speziell an Schwarze richten, wurden in einigen Filialen ebenfalls nur in abschließbaren Vitrinen angeboten - im Gegensatz zu vergleichbaren Produkten für Weiße.

Doch mit dieser Praxis soll nun Schluss sein: Walmart gab bekannt, dass Produkte für Schwarze künftig nicht mehr in verschlossenen Regalen aufbewahrt werden sollen. Dies sei bisher in etwa einem Dutzend der 4700 Geschäfte in den USA der Fall gewesen, so der Konzern.

"Wir sind diesem Thema gegenüber sensibel und haben Verständnis für die Bedenken unserer Kunden und der Mitglieder des Gemeinwesens," erklärte der Konzern laut "USA Today" in einer Mitteilung. Bisher hatte Walmart laut dem Bericht das Vorgehen verteidigt: Die Entscheidung, welche Produkte speziell gesichert würden, bleibe den Filialleitern überlassen.

"Das ist so absurd"

Der Gesinnungswandel des Einzelhandelsriesen kommt inmitten einer breiten gesellschaftlichen Debatte über Rassismus in den USA - ausgelöst durch den Tod des Afroamerikaners Floyd bei einem Polizeieinsatz vor mehr als zwei Wochen. Für Aufsehen sorgte der Bericht des Senders CBS aus Denver im US-Bundesstaat Colorado Anfang der Woche. "Multikulturelle Haarpflegeprodukte sind alle hinter Glas verschlossen. Das ist so absurd", beschwerte sich die Schwarze Lauren Epps in dem Beitrag. Sie wolle beim Einkaufen nicht das Gefühl vermittelt bekommen, sie sei eine Kriminelle.

Es ist nicht das erste Mal, dass Walmart wegen dieses Vorgehens in die Kritik geraten ist. Bereits im Jahr 2018 hatte in Kalifornien eine Afroamerikanerin Walmart verklagt, weil in einem Geschäft Hygieneprodukte für Schwarze verschlossen angeboten wurden.

Quelle: ntv.de, kst