Warnung vor steigenden KostenLufthansa hält trotz Pilotenstreik an Strategie fest

Zwei Tage lang will das Cockpit-Personal der Lufthansa seine Arbeit niederlegen. Die Forderung: eine bessere betriebliche Altersvorsorge. Der Streik werde nichts bringen, heißt es vom Vorstand, sondern allenfalls die betroffene Fluggesellschaft verkleinern.
Die Lufthansa will trotz des erneuten Pilotenstreiks an ihrer Strategie festhalten. Personalvorstand Michael Niggemann warnte die Spartengewerkschaften Vereinigung Cockpit und Ufo, ihren Konfrontationskurs fortzusetzen. Mit Blick auf die entstehenden Kosten sagte er: "Jeder Streik verkleinert die betroffene Fluggesellschaft."
Die Kerngesellschaft "Lufthansa Classic" sei heute schon auf vielen Strecken nicht mehr wettbewerbsfähig, sodass man die Kosten nicht noch weiter erhöhen könne. "Es geht um die Zukunftsfähigkeit der Classic", sagte Niggemann.
Für den Lufthansa-Konzern sei klar, dass Flugzeuge nur dort eingesetzt werden könnten, wo sie profitabel fliegen. Aus diesem Grund würden Gesellschaften außerhalb der Kernmarke wie die neue Tochter Lufthansa City Airlines wachsen. "Diese Streiks werden unsere Strategie nicht beeinflussen."
Laut Niggemann sollten am ersten Tag der dritten Welle des Pilotenstreiks rund die Hälfte der Langstreckenflüge der Lufthansa stattfinden. Auf der Nah- und Mittelstrecke werde es etwa ein Drittel sein, während auf Konzernebene mit zahlreichen Airlines wie Swiss, Austrian oder Brussels drei von vier Flügen stattfinden könnten.
Der Streik der Vereinigung Cockpit bei den Teilgesellschaften Lufthansa, Lufthansa Cargo und Cityline hat kurz nach Mitternacht begonnen und soll an diesem Dienstag kurz vor Mitternacht enden. Beim Ferienflieger Eurowings sind nur an diesem Montag alle Abflüge von deutschen Flughäfen betroffen. In der vergangenen Woche hatten zudem die Flugbegleiter die Arbeit niedergelegt. Die Pilotengewerkschaft fordert Verbesserungen bei der betrieblichen Altersvorsorge der Piloten und kritisiert fehlende Gesprächsbereitschaft der Lufthansa.