Wirtschaft

Kommt Mega-Flop wie bei Uber? WeWork lahmt kräftig auf dem Weg zur Börse

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Der Milliarden-Börsengang von WeWork verschiebt sich offenbar.

(Foto: imago images / Levine-Roberts)

Zweifel am Erfolg des Geschäftsmodells und ein umstrittener Boss: Die US-Firma WeWork wirkt auf Investoren immer unattraktiver. Nun muss sie den geplanten Börsengang offenbar verschieben. Einen radikalen Bewertungsabschlag hat das Büroraum-Startup bereits in Kauf genommen.

Der Büroraum-Anbieter WeWork wird laut einem Zeitungsbericht erst deutlich später an die Börse gebracht als zunächst geplant. Die Aktien des Unternehmens werden voraussichtlich frühestens im kommenden Monat in den Handel starten, wie das "Wall Street Journal" unter Berufung auf eingeweihte Kreise schrieb.

Eigentlich sollte das Debüt kommende Woche stattfinden. Zuletzt hatten sich bereits die Anzeichen verdichtet, dass das Mega-Projekt gewaltig floppen könnte. Laut US-Medien peilte WeWork zuletzt nur noch eine Bewertung von rund 10 Milliarden Dollar (etwa 9 Milliarden Euro) an. Bei einer Finanzierungsrunde im Januar war das Unternehmen von Investoren noch auf 47 Milliarden Dollar taxiert worden.

Wegen fehlender Gewinne und Kritik an der Unternehmensführung tut sich WeWork schwer, Investoren für seinen Börsengang zu gewinnen. Zu Monatsbeginn versuchte der Konzern den Bedenken Rechnung zu tragen, indem er ankündigte, den Einfluss von Firmengründer und -chef Adam Neumann einzuschränken. Nach Rückmeldung von Investoren habe sich WeWork entscheiden, Neumanns Aktien mit weniger Stimmrechten auszustatten, teilte das Unternehmen mit. Je Aktie soll er künftig zehn Stimmen haben. Bislang sollten es 20 Stimmen sein. Zudem werde Neumann sämtliche Gewinne aus Immobilientransaktionen, die er mit der WeWork-Mutter We Company abgeschlossen hat, an den Konzern ausschütten.

Gewinne vorerst nicht absehbar

WeWork mietet Immobilien langfristig an und vermietet Büroflächen an Firmen, Unternehmer und Startups, die kurzlaufende Mietverträge abschließen. Damit hat WeWork das traditionelle Büro-Vermietgeschäft aufgemischt, in dem langfristige Mietverträge die Regel sind. Inzwischen ist das 2010 gegründete Unternehmen an 528 Standorten in 29 Ländern vertreten. Doch die Expansion hat ihren Preis: Im ersten Halbjahr fuhr WeWork einen Verlust von 690 Millionen Dollar ein, Gewinne sind auf absehbare Zeit nicht in Sicht.

Es wäre nicht der erste große US-Börsengang, der in diesem Jahr gründlich missglückt: Im Mai hatte bereits der Fahrdienstvermittler Uber die Erwartungen bei seiner Premiere an der New Yorker Börse stark enttäuscht.

Quelle: n-tv.de, cri/dpa/rts

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