Wirtschaft

Altmaier will Firmen schützen Weiße Ritter sollen Chinesen abwehren

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Dem Einstieg eines chinesischen Investores beim Stromnetzbetreiber 50 Hertz kam die deutsche Staatsbank KfW zuvor.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Bundeswirtschaftsminister macht sich Sorgen um die deutsche Hightechindustrie. Peter Altmaier will künftig persönlich nach Alternativen suchen, falls ein Verkauf wichtiger Firmen nach China droht. Zudem soll der Staat einzelne Branchen direkt unterstützen.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier will den Einstieg Chinas in deutsche Unternehmen durch einheimische Firmen eindämmen. Sollte sich ein Einstieg nicht gesetzlich verbieten lassen, will er künftig auch persönlich nach deutschen Investoren zur Abwehr suchen. Solche Investoren werden in der Wirtschaft als weiße Ritter bezeichnet. "Es gibt in der deutschen Wirtschaft viel Verständnis für meine Auffassung, dass wir einen Ausverkauf sicherheitsrelevanter Technologien nicht zulassen dürfen", sagte der CDU-Politiker dem "Spiegel".

Die Bundesregierung hat wegen der Einkaufstour chinesischer Konzerne in Deutschland eine Wende eingeleitet und schaut jetzt genauer hin, ob dadurch die Sicherheit gefährdet ist oder der Abfluss von Spitzentechnologie droht. Der Staat verhinderte mit Hilfe der eigenen KfW-Bank den Einstieg des Reichs der Mitte bei dem Stromnetzbetreiber 50 Hertz und verbot den Verkauf eines hochspezialisierten Mittelständlers an ein chinesisches Unternehmen. Das Umdenken ist eine Säule von Altmaiers angekündigter Industriestrategie, die er in dem Interview skizzierte.

Die Zweite solle aus dem "Stärken" von Zukunftstechnologie bestehen, erklärt er. Der Minister will in ausgewählten Hochtechnologiebranchen mit einer staatlichen "Anschubfinanzierung" Firmenkonsortien aufbauen, die im internationalen Wettbewerb bestehen können. Der Staat müsse sich "raushalten, wo es gut läuft, zum Beispiel in dem relativ jungen Geschäftsfeld des 3-D-Drucks, wo wir Weltspitze sind", sagte Altmaier. "Aber dort, wo es die Unternehmen aus eigener Kraft allein nicht schaffen, wie bei Batteriezellproduktion oder künstlicher Intelligenz, muss der Staat zeitlich begrenzt Hilfe leisten."

Bei der Produktion von Akkus für Elektro-Autos steht laut dem Vertrauten der Kanzlerin eine industriepolitische Initiative unmittelbar bevor: "Es gibt eine Reihe von Unternehmen, die bereit sind, bei der Batteriezellproduktion einzusteigen." Zudem führe er derzeit Gespräche mit den Regierungen in Frankreich, Österreich, den Niederlanden und Polen, um das Projekt gemeinsam mit mehreren europäischen Ländern aufzulegen. Er sei zuversichtlich, "schon in den nächsten Wochen ein gemeinsames Ergebnis zu erzielen". Bisher bezieht die deutsche Autoindustrie die Zellen aus Asien.

Quelle: n-tv.de, mbo/DJ

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