Kein Abbau bei StammbelegschaftWeniger Tesla-Beschäftige in Grünheide - Schwankungen "vollkommen normal"

Bei Tesla vor den Toren Berlins arbeiten laut einem Bericht weniger Menschen als noch vor gut zwei Jahren. Der Autobauer dementiert nicht. Vielmehr verweist er auf Effizienzgewinne und weniger Leiharbeiter. Mit der Zahl der gebauten Autos habe dies nichts zu tun.
Der US-Elektroautobauer Tesla hat Berichte über einen deutlichen Abbau von Stellen in seiner europaweit einzigen Autofabrik in Grünheide bei Berlin zurückgewiesen. "Im Vergleich zum Jahr 2024 hat es keinen nennenswerten Stellenabbau bei der Stammbelegschaft gegeben. Ein solcher ist auch nicht geplant", teilte eine Sprecherin mit. Schwankungen in dieser Größe der gesamten Belegschaft - zu der auch Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter zählten - seien "vollkommen normal".
Das "Handelsblatt" berichtete, dass Tesla in seiner Gigafabrik in Brandenburg derzeit 10.703 Beschäftigte habe, während es vor zwei Jahren noch 12.415 gewesen seien. Das entspricht einem Rückgang von rund 14 Prozent. Die Zeitung beruft sich bei den Zahlen auf den Wahlvorstand im Tesla-Betriebsrat. In der Fabrik findet in diesem Jahr die Betriebsratswahl statt. Tesla hatte im Februar 2024 eine Beschäftigtenzahl von rund 12.500 angegeben, im Herbst 2024 knapp 12.000 und Ende 2025 rund 11.000.
"Die Situation und der Ausblick in der Gigafactory sind stabil – auch und gerade für die Arbeitsplätze der Mitarbeitenden", erklärte die Sprecherin. Nach dem schnellen Hochlauf der Fabrik habe der Bedarf an einer flexiblen Zahl an Leiharbeitern abgenommen. Als Gründe nannte sie die Optimierung von Arbeitsprozessen, Automatisierung in der Produktion und einen dauerhaften deutlichen Rückgang im Krankenstand. Stets würden aber neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesucht. Bis 2027 würden zudem weitere Jobs wegen des geplanten Ausbaus der Batteriezellfertigung geschaffen.
In der Fabrik in Grünheide gebe es im Gegensatz zu vielen anderen Standorten der Automobilindustrie in Deutschland keine Anpassungsmaßnahme beim Personal aufgrund der Marktlage. "Das Produktionsvolumen der letzten Jahre war konstant und es gibt keine Pläne, das Volumen und damit einhergehend Personal zu reduzieren", sagte sie weiter.
Werksleiter André Thierig erwartet für die Gigafactory bei Berlin trotz schwieriger Marktlage in Deutschland eine erneute Steigerung der Produktion in diesem Jahr. Die Autobranche steckt weltweit in einer Krise bei der Profitabilität. In Deutschland hat der Elektroautomarkt wieder angezogen, für Tesla bleibt er dort schwierig. Tesla beliefert von Grünheide in Brandenburg aus aber mehr als 30 Märkte. Die einzige europäische E-Auto-Fabrik von Tesla-Chef Elon Musk begann 2022 offiziell mit der Produktion. In Europa war der Absatz des Elektroautobauers von Januar bis November fast um zwei Fünftel auf 130.000 Fahrzeuge eingebrochen.