Wirtschaft

Trotz starken Umsatzwachstums Wework verdoppelt Verluste

RTX75FJN.jpg

Wework wächst weiter beeindruckend schnell - aber seine Verluste auch.

(Foto: REUTERS)

Der krisengebeutelte Bürovermieter Wework rutscht im dritten Quartal tief in die roten Zahlen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verdoppeln sich die Verluste. Dem Investor Softbank, der das Unternehmen nach dem gescheiterten Börsengang gerettet hatte, dürfte das gar nicht gefallen.

Der Büroraumvermieter Wework hat im dritten Quartal weitaus größere Verluste eingefahren als noch im Vorjahreszeitraum. Wie aus den Geschäftszahlen hervorgeht, sind die massiven Einbußen der Eröffnung von 97 neuen Standorten geschuldet. Zwar legten die Umsätze kräftig zu, doch auch die Ausgaben stiegen angesichts des rasanten Wachstums noch schneller. Wework war erst Ende Oktober nach seinem gescheiterten Börsengang durch den Technologie-Investor Softbank vor dem Bankrott gerettet worden.

Softbank
Softbank 35,20

In den drei Monaten per Ende September sprang der Umsatz im Vorjahresvergleich um 94 Prozent auf 934 Millionen US-Dollar, wie das Unternehmen mitteilte. Unter dem Strich schrieb das New Yorker Startup jedoch einen Verlust von 1,25 Milliarden Dollar, nach einem Minus von 497 Millionen im Vorjahresquartal.

Das dürfte mit ein Grund dafür gewesen sein, dass der geplante Börsengang von Wework im September scheiterte. Kurz darauf war der als exzentrisch geltende CEO und Mitgründer Adam Neumann auf Druck von Investoren zurückgetreten. Neumann wurde für seinen Führungsstil immer wieder kritisiert, mittlerweile hat Weworks ehemalige Personalchefin das Unternehmen verklagt. Unter anderem, weil unter Neumann Schwangere systematisch diskriminiert worden seien.

Wework bekommt Ausgaben nicht in den Griff

Wework hatte den Fokus seit seiner Gründung größtenteils auf Wachstum gelegt und viele Analysten und Beobachter damit beeindruckt, den Umsatz kontinuierlich von Jahr zu Jahr verdoppeln zu können. Aber auch die Kosten stiegen stetig an, und zwar ebenso schnell oder sogar schneller als die Einnahmen - was zu steigenden Verlusten führte, zu einem Zeitpunkt, an dem Startups normalerweise zeigen wollen, dass ihre Verluste mit der Zeit kleiner werden. Wework wies zudem eine Belastung in Höhe von 197 Millionen Dollar im Zusammenhang mit Abschreibungen bei in den vergangenen Jahren akquirierten Unternehmen aus, wie eine informierte Person sagte.

Die Kosten im Zusammenhang mit dem geplanten Börsengang, anderen Transaktionen und der Umstrukturierung beliefen sich auf 83 Millionen Dollar. Nach der Absage seines Börsengangs ging Wework angesichts des rasanten Ausgabenanstiegs fast das Geld aus. Daraufhin hatte der japanische Technologie-Investor Softbank Ende Oktober seine Anteile ausgebaut und war so Mehrheitseigentümer geworden. Softbank investierte fast zehn Milliarden Dollar, zahlte Wework-Mitgründer Adam Neumann aus und kappte seine Verbindungen zum Unternehmen.

Wework mietet Immobilien langfristig an und vermietet Büroflächen an Firmen, Unternehmer und Startups mit kurz laufenden Verträgen. Mit sogenannten Coworking-Konzepten hat Wework das traditionelle Bürovermietgeschäft aufgemischt, in dem langfristige Verträge die Regel sind. Inzwischen ist das Unternehmen an 528 Standorten in 29 Ländern vertreten.

*Datenschutz

Quelle: n-tv.de, lwe/DJ/rts

Mehr zum Thema