Wirtschaft

Ungewöhnlicher Rabatt Wie schlecht verkauft sich Apples Uhr?

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Ist zeitweise etwas billiger zu haben: Apples Smartwatch.

(Foto: REUTERS)

Für Apple ist es eine bemerkenswerte Ausnahme: Die Apple Watch gibt es in den USA nun etwas billiger als bisher. Das gibt den Gerüchten neue Nahrung, die Uhr sei kein Hoffnungsträger, sondern ein Rohrkrepierer.

Ist es die verzweifelte Suche nach einem Haar in der Suppe, oder ist die Apple Watch tatsächlich eine Enttäuschung? Bei den Zahlen zu Verkäufen der Uhr hält sich Apple bedeckt – und so wird munter spekuliert, dass sich das Gerät schlecht verkauft.

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Vor diesem Hintergrund sorgt ein für Apple ungewöhnlicher Schritt für Spekulationen: In einigen Läden in den USA ist das Gerät nun billiger zu haben als bisher. Wer in bestimmten Apple-Geschäften in Kalifornien und in Massachusetts ein iPhone kauft, bekommt Modelle der Serien "Watch Sport" oder "Watch" 50 Dollar billiger.

Das klingt nun nicht nach einem großen Rabatt, ist es auch nicht. Wer sich das günstigste iPhone und die günstigste Uhr kauft, spart gerade einmal knapp 5,6 Prozent und zahlt immer noch mehrere hundert Dollar. Gültig ist das Angebot nur bis Mitte des Monats.

Trotz des eher bescheidenen Preisnachlasses ist der Schritt bemerkenswert, da Apple sich sonst konsequent als Premium-Anbieter positioniert. Und das heißt eben auch: Kunden müssen bereit sein, viel Geld für ein Apple-Gerät auszugeben. Auch als Apple ankündigte, die Uhren auch in Märkten der Einzelhandelskette Target zu verkaufen, sorgte das für Erstaunen. Denn Target gilt nicht gerade als das typische Umfeld für teure Premium-Produkte.

Umsatz in Miliardenhöhe

Und so wird nun eifrig darüber spekuliert, wie es um die Erlöse der Uhren steht. Apple versteckt die Zahlen in der Bilanz unter dem Punkt "andere Produkte". Dort wird das Geschäft mit der Uhr gemeinsam verbucht mit der Fernsehbox Apple TV, dem iPod und Beats-Kopfhörern. Der Umsatz lag hier im dritten Quartal bei rund drei Milliarden Dollar und damit mehr als 60 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Analysten gehen davon aus, dass davon immerhin eine Milliarde Dollar auf die Smartwatch entfallen und Apple etwa 2,5 Millionen Uhren verkauft hat.

Apple-Chef Tim Cook sprach bei Präsentation der Quartalszahlen lediglich von einer "viel versprechenden Produktgarantie" und versicherte, die Nachfrage nach der Uhr liege "über den Erwartungen".

Unabhängig davon, wie sich die Uhr verkauft: Der Rabatt könnte außerordentlich sinnvoll sein. Apple hat großes Interesse daran, die Watch zum unablässigen Begleiter des iPhones zu machen. Das ist eine lohnende Idee, das billigste Modell kostet immerhin 349 Dollar.

Von daher könnte der Rabatt ein Testballon sein. Sollte sich die Aktion als Erfolg erweisen, könnte das Kombi-Angebot künftig weltweit gelten. Wenn Apple durch diesen Schritt gelingen sollte, dass Kunden sowohl iPhone als auch Watch kaufen, dürfte sich ein moderater Preisnachlass auszahlen – und zu neuen Rekordzahlen beitragen.

Quelle: ntv.de