Wirtschaft

So viele offene Stellen wie noch nie Winter lässt Arbeitslosigkeit steigen

file.jpg

Auf vielen Baustellen ruht die Arbeit im Winter - aber nur vorrübergehend. Die Branche hat weiter Hochkonjunktur.

(Foto: dpa)

Laut einer Expertenschätzung steigt die Zahl der Arbeitslosen im Januar um 260.000 an. Eine Trendwende am Arbeitsmarkt ist das allerdings nicht. Im Gegenteil: Die Unternehmen suchen so viele Mitarbeiter wie nie zuvor.

Die Winterpause auf vielen Baustellen und in anderen Außenberufen hat die Zahl der Arbeitslosen im Januar nach Experteneinschätzung stark steigen lassen. Insgesamt seien 2,828 Millionen Männer und Frauen ohne Arbeit gewesen, berichteten Volkswirte deutscher Großbanken in einer Umfrage der Deutschen Presseagentur (dpa). Das wären rund 260.000 mehr als im Dezember, aber rund 90.000 weniger als im Jahr davor. Die offiziellen Arbeitslosenzahlen will die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Vormittag bekanntgeben.

Die Ökonomen machen für den Anstieg allein saisonale Gründe verantwortlich. Ohne die jahreszeitlichen Effekte wäre die Arbeitslosigkeit zum Jahresbeginn weiter leicht gesunken. Dies zeige, dass sogenannte Trump- und Brexit-Effekte derzeit kaum auf dem Arbeitsmarkt spürbar seien, betonen die Fachleute. Auch in den kommenden Monaten werde die Zahl der Erwerbslosen saisonbereinigt zunächst weiter leicht sinken, im weiteren Jahresverlauf stagnieren oder sogar leicht ansteigen.

Wie krisenresistent der deutsche Arbeitsmarkt derzeit noch gegenüber weltpolitischen Unsicherheiten sei, zeige die große Zahl offener Stellen. Derzeit suchten deutsche Betriebe so viele Arbeitskräfte wie nie zuvor, berichtete die Bundesagentur unter Berufung auf ihren jüngsten Stellenindex BA-X. Der Frühindikator für die weitere Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt stieg im Januar um einen Punkt auf das Allzeithoch von 228 Zählern. Das seien 18 Punkte mehr als vor einem Jahr.

Freie Jobs gibt es nach Erkenntnissen der Nürnberger Bundesbehörde fast in jeder Branche. Am stärksten sei die Arbeitskräftenachfrage aber bei unternehmensnahen Dienstleistungen gestiegen; dazu gehören unter anderem Werbeagenturen, Unternehmensberater, Steuerberater und freiberufliche Techniker. Daneben gebe es freie Stellen in der Industrie, dem Handel und dem Baugewerbe. Auch Zeitarbeitsunternehmen hatten zuletzt mehr freie Stellen zu besetzen als vor einem Jahr. Die absolute Zahl der offenen Stellen will die Bundesagentur erst mit den Arbeitslosenzahlen veröffentlichen.

Quelle: ntv.de, mbo/dpa

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.