Wirtschaft

Braun beim n-tv Frühstart Wirecard-Chef weist Fälschungen zurück

Der in die Kritik geratene Zahlungsdienstleister Wirecard will Vorwürfe rund um seine Bilanzierungspraktiken mit einer Sonderprüfung widerlegen. Vorstandschef Braun ist sich sicher: Die Überprüfung werde "alle Spekulationen ausräumen".

Der Zahlungsanbieter Wirecard geht davon aus, dass die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG die Vorwürfe der "Financial Times" (FT) aus der Welt schaffen wird, das Unternehmen habe falsche Angaben bei Töchtern im Ausland veröffentlicht. "Wir haben [die Vorwürfe] untersucht und können sie heute schon zu 100 Prozent zurückweisen", sagte Wirecard-Chef Markus Braun bei n-tv Frühstart.

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"Nichtsdestotrotz als zusätzliche Serviceleistung für den Markt haben wir eine zweite Überprüfung angestoßen, um endgültig alle Spekulationen in diesem Bereich auszuräumen und den Vorwürfen konstruktiv zu begegnen." Braun rechnet damit, dass KPMG das Ergebnis bald präsentiert: "Wir gehen von wenigen Monaten aus. Wir glauben, dass sehr schnell ein entsprechendes Ergebnis vorliegt." Der Wirecard-Chef schließt aus, die Bilanzen für 2016 und 2017 korrigieren zu müssen.

Die FT hatte kürzlich berichtet, Wirecard habe bei Töchtern in Dubai und Irland Umsatz und Gewinn künstlich aufgebläht. Das Unternehmen weist das zurück. Die britische Tageszeitung hatte Wirecard in den vergangenen Monaten mehrfach krimineller Machenschaften bezichtigt und dadurch bei der Aktie für Kursstürze gesorgt.

Wirecard und die deutsche Finanzaufsicht Bafin hegen den Verdacht, dass sich sogenannte Leerverkäufer das zunutze gemacht haben. Diese setzen auf fallende Aktienkurse und versuchen, daraus Profit zu schlagen. Die Bafin hatte solche Leerverkäufe mit Wirecard-Aktien deswegen im Frühjahr für zwei Monate verboten.

Braun verspricht mehr Transparenz

Die Zeitung selbst sieht sich durch eine von ihr in Auftrag gegebene Untersuchung von Juristen in ihrer Berichterstattung bestätigt. Die Ermittlungen der Anwaltskanzlei RPC hätten keine Hinweise darauf erbracht, dass es Absprachen zwischen Reportern und Spekulanten gegeben habe.

Als eine Konsequenz aus den Vorwürfen will Wirecard für mehr Transparenz in seinen Bilanzen sorgen. "Wir begegnen diesem Thema konstruktiv durch eine permanente Erweiterung unseres Berichtswesens um entsprechende Kennzahlen, um hier Transparenz zu geben", sagte Braun zu n-tv. "Wir entwickeln unser Berichtswesen konstruktiv weiter und wir werden auch jetzt mit den Neun-Monats-Zahlen wieder etliche zusätzliche Kennzahlen aufnehmen. Ein Berichtswesen muss sich permanent - gerade bei einem Wachstumsunternehmen - erweitern. Wir setzen sehr stark darauf, diese Komponenten genauso innovativ weiterzuentwickeln wie unsere Technologie."

Wirecard wird am 6. November die Zahlen zum dritten Quartal veröffentlichen. "Es ist sehr gut gelaufen", so Braun.

Quelle: ntv.de, jga/rts