Wirtschaft

Trübe Prognosen Wirtschaft in Eurozone kommt kaum voran

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(Foto: REUTERS)

Die Konjunkturaussichten der Euro-Zone bleiben vorerst mau. Drei europäische Forschungsinstitute sehen lediglich ein kleines Wachstum. Vor allem der Konsum entwickelt sich schwach. Die Arbeitslosigkeit sinkt nur langsam.

Die geopolitischen Risiken belasten weiter das Vertrauen der Wirtschaftsakteure im Euroraum. Konjunkturforscher aus drei europäischen Staaten sehen deshalb nur verhaltene Wachstumsaussichten für den Währungsraum. Im dritten und vierten Quartal 2014 dürfte die Dynamik kaum anziehen und die Wirtschaft nur um jeweils 0,2 Prozent wachsen, prognostizieren die drei Institute Ifo, Insee und Istat aus Deutschland, Frankreich und Italien in ihrer gemeinsamen Konjunkturprognose.

Danach dürfte die Erholung leicht an Fahrt gewinnen und das Bruttoinlandsprodukt um 0,3 Prozent im ersten Quartal 2015 zulegen. Für das Gesamtjahr 2014 erwarten die Institute ein Wachstum von 0,8 Prozent, eine Rate, die unterhalb des Potenzialwachstums liegt.

Inflation fern des EZB-Ziels

"Die Belebung wird wohl vor allem von einem graduellen Anstieg der Binnennachfrage getragen sein, die allerdings nicht alle Mitgliedsländer in gleichem Maße erfassen wird", sagen die Forscher voraus. "Die privaten Investitionen dürften sowohl durch den Anstieg der Produktion als auch durch zunehmende Erweiterungsinvestitionen belebt werden, die aufgrund der Finanzkrise aufgeschoben worden waren."

Der private Konsum dürfte sich dagegen nur schwach entwickeln, da die Arbeitslosigkeit lediglich langsam sinke. Unter der Annahme, dass der Ölpreis im Prognosezeitraum um 97 Dollar pro Fass und der Wechselkurs um 1,28 Dollar je Euro schwanken werden, wird die Inflationsrate der Prognose zufolge in den kommenden zwei Quartalen nur leicht zulegen und weiterhin unter dem Inflationsziel der Europäischen Zentralbank von 2 Prozent verharren.

Die Teuerung war im September auf das Fünf-Jahres-Tief von 0,3 Prozent gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hält sich angesichts der sehr niedrigen Inflation den Kauf von Staatsanleihen offen, um notfalls eine deflationäre Abwärtsspirale zu verhindern. Auf breiter Front fallende Preise gelten als besonders gefährlich, weil eine solche Deflation die Konjunktur auf Dauer abwürgen kann. Denn Verbraucher schränken dann in Erwartung immer weiter fallender Preise ihren Konsum ein und Unternehmen schieben Investitionen auf.

Quelle: ntv.de, jwu/DJ/rts