Wirtschaft

Fillialsterben in Deutschland Wo die Real-Märkte stehen

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Vor dem Verkauf: "Weniger als 30" Real-Märkte stehen vor dem Aus.

(Foto: dpa)

Der Verkauf der Supermarktkette Real wird die deutsche Einkaufslandschaft verändern. Von den aktuell 267 Filialen in Deutschland bleibt nur ein Kernbestand unter gewohntem Namen erhalten. Der Großteil der 34.000 Real-Mitarbeiter bekommt wohl einen neuen Arbeitgeber.

Noch ist das Geschäft nicht ganz in trockenen Tüchern: Der Handelskonzern Metro AG will mit dem Verkauf seiner bundesweit bekannten Supermarktkette Real an einen Luxemburger Investor die Ausrichtung zum "reinen Großhändler" vorantreiben. Nach dem Verkauf soll Real mit aktuell rund 34.000 Beschäftigen zerschlagen werden. Der Käufer will nur etwa 50 Märkte behalten, der Großteil geht an die Konkurrenz, der Rest der Filialen steht vor der Schließung.

Wo genau liegen die 267 Real-Märkte in Deutschland? Die ntv.de Karte zeigt, wie flächendeckend die Supermarktkette Real hierzulande vertreten ist:

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Der neue Eigentümer will dem Vernehmen nach nur einen Kernbestand der deutschen Real-Märkte unter dem alten Namen weiterbetreiben. Die Rede ist von 50 Real-Märkten, die für eine vereinbarte Zeitspanne von mindestens 24 Monaten erhalten bleiben sollen. Die große Masse der Filialen soll Berichten zufolge an Wettbewerber wie Edeka, Rewe oder Kaufland gehen.

Wie viele Mitarbeiter dabei Chancen auf eine Übernahme haben und welche Konditionen dabei gelten werden, ist noch offen. Der Rest der Real-Märkte steht offenbar vor dem Aus. Zuletzt war von "weniger als 30 Standorten" die Rede, die nach dem Verkauf der Metro-Tochter geschlossen werden sollen. Details dazu konnte der Real-Mutterkonzern Metro auch zur Hauptversammlung in Düsseldorf noch nicht nennen.

Proteste in Düsseldorf

Entsprechend groß ist die Verunsicherung unter den Real-Mitarbeitern. Zum Aktionärstreffen des Mutterkonzerns Metro reisten Hunderte Beschäftigte der vor der Zerschlagung stehenden Supermarktkette an, um vor den Türen für eine Absicherung ihrer Arbeitsplätze und ihrer Löhne zu demonstrieren. "Wir wollen in sichere Hände", lautete eine der Forderungen.

Drinnen bemühte sich Metro-Chef Koch derweil, die Pläne seinen Anteilseignern zu erklären. "Wir haben mit dem Finanzinvestor SCP Group eine kommerzielle Einigung über den Verkauf der Real GmbH erzielt", verkündete Koch auf der Hauptversammlung des einstigen Dax-Konzerns. Wie genau sich die Pläne auf die Real-Mitarbeiter auswirken werden, blieb unklar.

Verbindungen nach Russland

Seit Wochen verhandelt der Metro-Vorstand um Koch dazu mit der SCP-Gruppe, hinter dem nach Informationen des "Manager Magazins" der russische Oligarchen Wladimir Jewtuschenkow steht, um die Details. Vollends unterschriftsreif ist Kochs "kommerzielle Einigung" offenbar noch nicht. Die Verkaufsverhandlungen seien "sozusagen abgeschlossen". Es sei geplant, dass die Gremien beider Unternehmen kurzfristig ihre Zustimmung zum ausgehandelten Vertrag geben.

Neue Metro (ST)
Neue Metro (ST) 12,30

Der Investor will einen Großteil der Filialen nach dem Kauf umgehend an Wettbewerber weiterveräußern. Märkte mit großen Verkaufsflächen könnten zudem auch aufgeteilt werden, erklärte Koch in einem internen Schreiben. "Die neuen Betreiber werden verpflichtet, die Real-Mitarbeiter auf der jeweiligen Fläche zu übernehmen." Sollte es doch zu betriebsbedingten Kündigungen kommen, sollen die Betroffenen festgelegte Mindestabfindungszahlungen erhalten.

Koch räumte ein, dass es Metro nicht gelungen sei, "die wirtschaftliche Tragfähigkeit Reals zu verbessern". Real könne als Geschäftseinheit trotz aller Anstrengungen (..) in seiner heutigen Form nicht fortgeführt werden", begründete er den Verkauf: "Deshalb mussten wir nach Alternativen suchen."

Die Vereinbarung mit der SCP Group biete nun "eine tragfähige Fortführungsgrundlage für die Mehrzahl der heutigen Real-Standorte". Früheren Angaben zufolge soll der Verkauf bis Mitte des Jahres abgewickelt werden.

Quelle: ntv.de, mit DJ/dpa