Wirtschaft

Baubranche schlägt Alarm "Wohnungsbau bricht mit Ansage ein"

Der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) hat die Wohnungsbaupolitik der Bundesregierung kritisiert.

Die Bau- und Immobilienbranche hat die Marke von jährlich 400.000 neuen Wohnungen längst abgeschrieben.

(Foto: Monika Skolimowska/dpa)

400.000 Wohnungen sollen jedes Jahr in Deutschland gebaut werden - das ist zumindest der Plan. Das Ziel rückt jedoch in weite Ferne. Die Bau- und Immobilienbranche will nach ntv-Informationen der Bundesregierung nun ordentlich Dampf machen.

In der Bau- und Immobilienwirtschaft wächst der Unmut darüber, dass der Bau von bezahlbarem Wohnraum in Deutschland stagniert. Mehrere mit der Sache vertrauten Personen bestätigten ntv, dass noch in dieser Woche verschiedene Verbände ein deutliches Signal an die Bundesregierung senden wollen. Demnach ist unter anderem ein 12-Punkte-Plan geplant, in dem Bundesbauministerin Klara Geywitz und Bundeskanzler Olaf Scholz zum Handeln aufgerufen werden. Der Wohnungsbau in Deutschland soll zur Chefsache gemacht werden. Die Verbände schlagen vor, gezielter auf serielles Bauen zu setzen.

Die Ampel-Regierung hatte sich in ihrem Koalitionsvertrag das Ziel von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr gesetzt. Bundesbauministerin Geywitz wollte das Ziel zuletzt noch nicht aufgeben. Die Sozialdemokratin zeigt sich aber zunehmend skeptischer, ob es tatsächlich zu erreichen sei.

"Schaffen keinen bezahlbaren Wohnraum mehr"

Deutlich pessimistischer ist dagegen Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW. "Wir sind in Deutschland nicht mehr in der Lage, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen", sagte er ntv und ergänzte, dass er in diesem Jahr lediglich mit dem Bau von etwa 250.000 neuen Wohnungen rechne. 2023 seien es dann schätzungsweise nur 200.000. "Im Jahr 2024 - wenn nichts Bedeutendes passiert - wird das noch weniger sein", so der GdW-Präsident. "Wir entfernen uns also immer weiter von der Zahl 400.000. Die Voraussetzungen sind dramatisch schlecht, und mit Ansage bricht jetzt der Wohnungsbau ein."

Schon vor einigen Tagen hatte Gedaschko die Bundesregierung in einer Rede zum Tag der Wohnungswirtschaft scharf kritisiert. Dabei ging es insbesondere um die von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck vorzeitig gestoppten Programme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). "Die Neubau-Förderung wurde so gut wie plattgemacht", so Gedaschko.

Quelle: ntv.de, psa

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