Milliardenangebot aus den USAWorthington Steel will deutschen Stahlkonzern Klöckner übernehmen

Bereits seit Ende vergangenen Jahres verhandeln Worthington Steel und der deutsche Stahl- und Metallverarbeiter Klöckner über ein Übernahmeangebot. Dabei könnten zeitnah mehrere Milliarden fließen.
Der US-Konzern Worthington Steel will den deutschen Stahl- und Metallverarbeiter Klöckner & Co übernehmen. Darauf hätten sich die beiden Unternehmen geeinigt, teilte Klöckner mit. Worthington biete im Rahmen eines freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots an alle Aktionäre elf Euro pro Klöckner-Aktie. Es sei eine Mindestannahmequote von 65 Prozent vorgesehen. Der Wert der Transaktion beläuft sich insgesamt auf 2,1 Milliarden Euro.
Vorstand und Aufsichtsrat empfehlen die Annahme. Der Zusammenschluss mit Worthington Steel würde Klöckner einen entscheidenden Schritt bei der Fokussierung auf höherwertige Produkte und Services weiterbringen, erklärte Konzernchef Guido Kerkhoff. "Worthington Steel ist der ideale Partner, um unseren Erfolg und unsere Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern."
Anfang Dezember hatte Klöckner bestätigt, dass die beiden Unternehmen über ein Übernahmeangebot verhandelten. Worthington ist wie KlöCo ein Metallverarbeiter, der den Kunden etwa beim Flachstahl Vorarbeiten abnimmt und dadurch höhere Margen erzielen kann. Das 1955 gegründete Unternehmen mit Hauptsitz in Columbus im Bundesstaat Ohio beschäftigt rund 6000 Mitarbeiter an 37 Standorten, vor allem in den USA, aber auch in Europa. Einer Präsentation zufolge gehören Zukäufe zur Strategie, wenn die Firmen unmittelbar zu höheren Margen beitragen. Worthington Steel erzielte in dem Geschäftsjahr 2025 (per Ende Mai) einen Umsatz von 3,8 Milliarden Dollar (rund 3,3 Milliarden Euro).
Klöckner & Co fuhr 2024 Erlöse von 6,6 Milliarden Euro ein. Geführt wird der Konzern seit 2021 vom ehemaligen Thyssenkrupp-Chef Guido Kerkhoff. Der Manager hat den früheren Stahlhändler in den vergangenen Jahren immer mehr zum Metallverarbeiter umgebaut. Die USA gehören neben ausgewählten Ländern in Europa zu den wichtigsten Absatzmärkten.