Wirtschaft

Mitarbeiter gekündigt Wurstverkäufer Wilke findet keinen Käufer

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In Wurstwaren von Wilke waren Listerien nachgewiesen worden. Die Keime können bei geschwächtem Immunsystem lebensgefährlich sein.

(Foto: imago images/Olaf Döring)

In Wurstwaren von Wilke werden vergangenes Jahr Listerien nachgewiesen. Insgesamt sterben drei Menschen an verunreinigten Lebensmitteln. Anfang Oktober wird das Unternehmen geschlossen. Trotz Bemühungen findet sich kein Käufer, den verbliebenen Mitarbeitern wird jetzt gekündigt.

Bei dem in einen Fleischskandal verwickelten nordhessischen Wursthersteller Wilke gehen endgültig die Lichter aus. Trotz intensiver Bemühungen und der Einschaltung eines auf Übernahmen spezialisierten Unternehmens sei keine Nachfolgelösung für den Geschäftsbetrieb gefunden worden, sagte Insolvenzverwalter Mario Nawroth nach einer Gläubigerversammlung in Korbach. Vorhandenes Vermögen des insolventen Unternehmens solle verwertet werden, um Ansprüche von Gläubigern zu befriedigen.

Den noch vorhandenen 62 Mitarbeitern wurde laut Nawroth gekündigt. Mit dem Betriebsrat solle noch ein Sozialplan abgeschlossen werden. "Die Abstimmungen hierzu laufen." Die bestehenden rechtlichen Auseinandersetzungen würden fortgesetzt, sagte er, ohne Details zu nennen. Mehrfach hatte sich der wegen Keimfunden geschlossene Wurstproduzent Wilke erfolglos gegen den behördlich verhängten Produktionsstopp gewehrt.

In Wurstwaren von Wilke waren Listerien nachgewiesen worden. Die Keime können bei geschwächtem Immunsystem lebensgefährlich sein. 37 Krankheitsfälle, darunter drei Todesfälle, werden mit Wilke in Verbindung gebracht.

Die Staatsanwaltschaft Kassel ermittelt gegen den Geschäftsführer, die stellvertretende Geschäftsführerin und den Produktionsleiter unter anderem wegen fahrlässiger Tötung, Körperverletzung und gewerbsmäßigen Betrugs. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Twistetal-Berndorf.

Quelle: ntv.de, jki/dpa