Wirtschaft

Ampel verfehlt Wohnbau-Ziel Zahl der Baugenehmigungen sinkt drastisch

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Der Zentralverband des deutschen Baugewerbes erwartet, dass 2023 lediglich rund 245.000 Wohnungen fertig werden.

(Foto: picture alliance/dpa)

Angesichts steigender Zins- und Materialkosten nimmt die Zahl der Baugenehmigungen weiter ab. Im November wurden rund 16 Prozent weniger Wohnungen bewilligt als im Vorjahresmonat. Das Ziel von 400.000 neuen Wohnungen im Jahr werde man wohl verfehlen, räumt die SPD ein.

Der Rückgang bei den Baugenehmigungen für Wohnungen in Deutschland hat sich rapide fortgesetzt. Im November des vergangenen Jahres wurde der Bau von 24.304 Wohnungen bewilligt, gut 16 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Von Januar bis November wurden damit 321.757 Wohnungen genehmigt. Dies waren somit 5,7 Prozent oder 19.280 weniger als im Vorjahreszeitraum. Besonders stark fiel dabei der Rückgang der Baugenehmigungen bei Einfamilienhäusern aus (minus 15,9 Prozent).

Die Zahl der Baugenehmigungen ist mit Blick auf den Wohnungsmangel in vielen Städten ein wichtiger Indikator. Allerdings werden genehmigte Wohnungen oft zunächst nicht gebaut, weil Handwerker und Baufirmen keine Kapazitäten haben. Auch die stark gestiegenen Preise für Baustoffe und Bauland bremsen. So legten die Preise für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude im November um fast 17 Prozent zum Vorjahresmonat zu.

Bundesbauministerin Klara Geywitz hatte jüngst eingeräumt, dass die Ampel-Koalition wohl weit entfernt sei, den Bau von 400.000 neuen Wohnungen im Jahr umzusetzen. Auf viele Sachen habe man in der Tat wenig Einfluss, sagte die SPD-Politikerin unter Verweis auf die Inflation und den Fachkräftemangel am Bau. Wegen gestiegener Kreditzinsen und hoher Baupreise halten sich viele Bauherren mit Projekten zurück oder stornieren sie.

Der Zentralverband des deutschen Baugewerbes erwartet, dass 2023 rund 245.000 Wohnungen fertig werden. Ein Bündnis aus Mieterbund, Baugewerkschaft sowie Sozial- und Branchenverbänden hatte zuletzt ein Sondervermögen von 50 Milliarden Euro für den sozialen Wohnungsbau gefordert. Es fehlten rund 700.000 Wohnungen in Deutschland, hieß es.

Quelle: ntv.de, lno/dpa

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