Wirtschaft
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Mittwoch, 19. April 2017

"Bauen Geschäft schnell aus": Zalando kratzt an der Milliarden-Marke

Der Online-Modehändler beginnt das Jahr mit einem kräftigen Umsatzplus. Die anderen Kennzahlen verfehlen die Erwartungen aber eher. Grund könnten indes lediglich saisonale Effekte sein.

Europas größter Online-Modehändler Zalando ist mit einem deutlichen Umsatzplus ins Jahr gestartet. Die Einnahmen stiegen von Januar bis März zwischen 22 und 24 Prozent zum Vorjahreszeitraum auf 971 Millionen bis 987 Millionen Euro, wie das Berliner Unternehmen nach vorläufigen Berechnungen mitteilte. Analysten hatten 982 Millionen Euro erwartet. Vor einem Jahr hatte es noch ein Wachstum von 24 Prozent gegeben, im vorangegangenen Quartal von 26 Prozent.

Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) dürfte zwischen 10 und 30 Millionen Euro liegen, nach 20,2 Millionen Euro im Vorjahr. Analysten hatten im Mittel mit 29 Millionen Euro gerechnet. Daraus ergibt sich eine Marge bezogen auf das bereinigte Ebit von ein bis drei Prozent. Im Vorjahr hatte Zalando 2,5 Prozent erzielt.

Zalando bekräftigte das Ziel, den Umsatz in diesem Jahr zwischen 20 und 25 Prozent zu steigern. Außerdem wird weiter eine Ebit-Marge von fünf bis sechs Prozent angestrebt. "Wir konzentrieren uns auf unsere langfristigen Ziele und bauen gleichzeitig unser Geschäft mit hohem Tempo aus", sagte Co-Vorstandschef Rubin Ritter.

Zalando will in diesem Jahr 200 Millionen Euro für Investitionen in die Hand nehmen - rund zehn Prozent mehr als 2016. Genauere Zahlen für das erste Quartal sollen am 9. Mai veröffentlicht werden. Der Hauptversammlung Ende Mai sollen Shanna Prevé und Dominik Asam als neue Aufsichtsräte vorgeschlagen werden, nachdem Lorenzo Grabau und Kai-Uwe Ricke keine Wiederwahl anstreben. Prevé ist Managing Director Business Development für die Google Consumer Hardware Group, Asam Finanzvorstand von Infineon Technologies.

Für die DZ Bank haben Ausblick und Umsatzschätzung für das erste Quartal die Erwartungen getroffen. Anders sehe es beim bereinigten Ebit aus. Das sei aber kein Grund zur Beunruhigung. Wegen saisonaler Einflüsse seien die Preise für Frühlings- und Sommerware vergleichsweise niedrig. Die starken Megatrends wie die Digitalisierung dürften das Wachstum auch weiterhin unterstützen, glauben die Analysten.

Quelle: n-tv.de