Wirtschaft

Deutsche Arbeitnehmer befragt Zwei Drittel gehen auch krank zur Arbeit

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Kollegen sollten Kuchen mit ins Büro bringen, nicht Bakterien.

picture alliance / Maurizio Gamb

Der Arbeitseifer der Deutschen macht einer Gewerkschaftsstudie zufolge vor dem eigenen Körper nicht halt: Zwei Drittel der Arbeitnehmer machen auch mal krank ihren Job. Jeder dritte Befragte geht über Wochen krank arbeiten. Gesundheitsexperten warnen.

Krank zur Arbeit gehen - für die Mehrheit der Arbeitnehmer ist das eine Option: Gut zwei Drittel der Beschäftigten seien binnen eines Jahres mindestens einmal krank zur Arbeit erschienen, berichtete die Zeitung "Die Welt" unter Berufung auf eine Umfrage des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB).

Demnach gaben 67 Prozent der Befragten an, in den zurückliegenden zwölf Monaten mindestens einmal zur Arbeit erschienen zu sein, obwohl sie sich "richtig krank gefühlt" hätten. 29 Prozent gingen sogar zwei Wochen oder noch länger krank zur Arbeit. Befragt wurden im Jahr 2017 insgesamt 4800 abhängig Beschäftigte.

Wie die "Welt" weiter berichtete, warnen der DBG und auch Ärzte vor dem sogenannten Präsentismus, der Anwesenheit am Arbeitsplatz trotz Krankheit. "Wenn man krank ist, bleibt man zu Hause, wenigstens für ein paar Tage, alles andere ist unvernünftig", sagte Infektionsepidemiologe Udo Buchholz vom Robert-Koch-Institut der Zeitung. "Denn dann wird man schneller wieder gesund. Und in den ersten beiden Tagen ist man besonders ansteckend."

Allerdings helfe das Auskurieren in den eigenen vier Wänden nur begrenzt dabei, die weitere Ausbreitung von Erkältungsviren zu begrenzen. "Zu Hause gibt es auch Menschen, die man anstecken kann", sagte Buchholz. Die Kontakte dort seien in der Regel häufiger und enger als am Arbeitsplatz.

Quelle: n-tv.de, shu/AFP

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