Morastiges Konjunkturgelände lässt DAX nicht vorankommen
Der deutsche Aktienmarkt hat seinen Abwärtstrend nicht aufhalten können. Enttäuschende Konjunkturdaten drückten einmal mehr auf die Stimmung. Als Belastung kam hinzu, dass die US-Börsen schwach starteten. So schaffte der DAX nur kurz den Sprung in die Gewinnzone und gab am Ende um 0,1 Prozent auf 15.719 Punkte nach. Der EUROSTOXX50 verlor 0,5 Prozent auf 4218 Stellen.
In Deutschland entwickelt sich die Industrie weiterhin schwach. "Offensichtlich schlägt die schwache Nachfrage mehr und mehr auf die Produktion durch", kommentierte Commerzbank-Ökonom Ralph Solveen. In den kommenden Monaten dürfte sich die Abwärtstendenz in der Industrie seiner Meinung nach fortsetzen und mit dazu beitragen, dass die deutsche Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte schrumpft.
Bei den Einzelwerten gewannen Airbus im DAX 1,8 Prozent. Die August-Auslieferungszahlen deuteten auf einen produktiven Sommer hin, sagte ein Analyst in Frankfurt.
MTU Aero Engines verteuerten sich an der DAX-Spitze um 1,9 Prozent. Sie profitierten von einem positiven Analystenkommentar von Kepler Cheuvreux. Zudem gab es gute Nachrichten aus der Branche: Melrose Industries stockte mit dem Halbjahresbericht die Gesamtjahresziele auf.
Infineon fielen um 2,6 Prozent. Als belastend für die Stimmung werteten Börsianer einen Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg, wonach China laut Insidern neben bestimmten Beamten auch Angestellten staatlich unterstützter Arbeitgeber und von Staatsunternehmen die Verwendung von Apple iPhones auf der Arbeit teilweise verbieten will.
An der SDAX-Spitze gewannen Bilfinger 3,7 Prozent. Der Industriedienstleister übernimmt vom US-Konzern Fluor das Industriedienstleistungsgeschäft Stork vor allem in den Niederlanden und Belgien. Der Experte Gregor Kuglitsch von der Bank UBS lobte den attraktiven Kaufpreis für den nicht zum Kerngeschäft zählenden Bereich der Amerikaner.
Streit über Beatmungsgeräte: Philips einigt sich mit Teil der Kläger
Im Streit über fehlerhafte Beatmungsgeräte hat sich der Medizintechnikkonzern Philips mit einem Teil der US-Kläger auf eine Vergleichszahlung geeinigt. Die Einigung bezieht sich nur auf Kläger, die wirtschaftlichen Schaden geltend gemacht haben, wie der Konzern mitteilte. Dazu zählen Nutzer der Geräte sowie Versicherer. Davon unberührt sind Klagen, in denen es um mutmaßliche Gesundheitsschäden geht. Bereits im ersten Quartal hatten die Niederländer für die Rechtsstreitigkeiten in den USA 575 Millionen Euro zurückgelegt.
Philips hatte weltweit rund 5,5 Millionen Geräte zurückrufen müssen. In den betroffenen Geräten wurde ein Dämmschaumstoff verarbeitet, von dem sich Partikel lösten. Der darin verwendete Schaumstoff steht im Verdacht, im Laufe der Zeit giftig zu werden.
Anhaltender Preisrückgang: Kippt China in die Verschuldungsspirale?
Für die chinesische Wirtschaft kommen aktuell mehrere negative Entwicklungen zusammen, unter anderem eine anhaltende Immobilienkrise und ein allgemeiner Preisrückgang - langfristig könnte diese Deflation Kaufzurückhaltung und Produktionsrückgang verursachen. Wie Anlegerinnen und Anleger darauf reagieren können, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Joachim Nareike von der Fondsgesellschaft Schroders.
China-Verbote setzen Apple-Aktie massiv zu
Anleger an der Wall Street ziehen sich aus Angst vor länger hoch bleibenden Zinsen und einem wiederauflebenden Handelszwist der USA mit China zurück. Vor allem die als riskanter geltenden Technologieaktien mussten am Donnerstag Federn lassen, allen voran der mit einem Bann seiner iPhones in China konfrontierte Apple-Konzern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq rauschte im frühen Handel um 1,4 Prozent nach unten auf 13.677 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 0,6 Prozent auf 4438 Zähler, während der Dow-Jones-Index 0,1 Prozent höher bei 34.468 Punkten stand.
Aus Sorge vor sich ausweitenden iPhone-Verboten in China werfen immer mehr Anleger Aktien von Apple aus ihren Depots. Die Papiere sackten um rund fünf Prozent ab, nachdem sie am Mittwoch bereits 3,6 Prozent verloren hatten. Apple-Zulieferer und Firmen mit großem China-Geschäft wie Broadcom, Qualcomm und Texas Instruments verloren zwischen 1,4 und 4,7 Prozent.
Zahl der Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe sinkt unerwartet
Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA ist überraschend gesunken. In der vorigen Woche stellten 216.000 US-Bürger einen Antrag auf staatliche Stütze, wie das Arbeitsministerium in Washington mitteilte. Ökonomen hatten mit 234.000 gerechnet, nach revidiert 229.000 in der Woche davor. Der weniger stark schwankende Vier-Wochen-Schnitt fiel auf229.250.
Die als kritische Marke gewertete Zahl von 270.000 Erstanträgen ist damit noch recht weit entfernt. Sie gilt als Signal für eine negative Trendwende am Arbeitsmarkt.
"Der Pessimismus ist für deutsche Autohersteller gerechtfertigt"
Deutsche Telekom erhält erstmals Dividende von T-Mobile US
Die Deutsche Telekom kann auf milliardenschwere Erlöse aus ihrer Beteiligung an T-Mobile US bauen. Der DAX-Konzern teilt mit, dass der Bonner Konzern voraussichtlich rund 1,8 Milliarden Dollar nach Steuern an Dividendenzahlungen in den kommenden fünf Quartalen erhalten solle. T-Mobile US beabsichtige, die Dividende je Aktie jährlich um rund zehn Prozent zu erhöhen. Die Telekom-Tochter wolle für dem Zeitraum vom vierten Quartal 2023 bis Ende 2024 bis 19 Milliarden Dollar an die Aktionäre zurückgeben, was sowohl über Aktienrückkäufe als auch über Dividenden passieren solle. Darüber hinaus wolle die Telekom Anteile an T-Mobile US veräußern, ohne dabei ihre Mehrheitsposition zu gefährden. Sie hält gegenwärtig 51,4 Prozent an T-Mobile US.
Ryanair-Chef mit Buchungen zufrieden
Die wachsende Reiselust stimmt Ryanair-Chef Michael O'Leary zuversichtlich. Er sei mit den Buchungen für September und Oktober sehr zufrieden, sagte der Manager. Er glaube zudem, dass eine Erholung des Asien-Geschäftes dazu beitragen wird, die europäischen Ticketpreise im nächsten Sommerhoch zu halten.
O'Leary fügte hinzu, die Fluggesellschaft erlebe auch einen "sehr starken Aufschwung" bei Nicht-Freizeitreisen in Niedriglohnregionen Mittel-, Ost- und Südeuropas, was er auf intaktere Lieferketten zurückführe. Besorgt sei er allerdings über die Höhe des Ölpreises.
SAP schluckt deutsche Softwarefirma
Mit einem Zukauf will SAP seine Produktpalette erweitern. Der Walldorfer Softwarekonzern kündigt die Übernahme von LeanIX an. Die knapp 600 Mitarbeiter zählende Bonner Firma hilft Kunden dabei, alle in einem Unternehmen genutzten Computerprogramme zu verwalten. "Gemeinsam mit LeanIX wollen wir eine einzigartige Transformations-Suite anbieten, um unseren Kunden Unterstützung in ihren Geschäftstransformationen zu ermöglichen", sagt SAP-Chef Christian Klein. Mit Hilfe Künstlicher Intelligenz (KI) solle Kunden der Wechsel von der klassischen SAP-Firmensoftware zu den Cloud-Angeboten erleichtert werden.
Zu den finanziellen Details macht SAP keine Angaben. Dem "Handelsblatt" zufolge könnte LeanIX bei der Transaktion mit 1,2 Milliarden Euro bewertet werden.
Erhöhte Melrose-Prognose treibt Luftfahrt-Aktienkurse hoch
Die Aktien von Melrose Industries zählen zu den stärksten Werten in Europa. Das Beteiligungsunternehmen legt in London um 6,8 Prozent zu dank starker Halbjahreszahlen. Der Nettoverlust wurde gesenkt, vor allem aber der Ausblick auf das Gesamtjahr erhöht. "Interessant ist besonders die erhöhte Prognose für das Luftfahrtgeschäft", kommentierte ein Händler.
Denn diese Melrose-Sparte sei hauptsächlich die ehemals börsennotierte GKN Aerospace, die als Zulieferer für Airbus und andere ein Vergleichswert zu MTU sei - daher legten auch alle anderen Branchenwerte deutlich zu. MTU stiegen auch dank einer Kepler-Kaufempfehlung um 1,7 Prozent, Airbus um 1,6 Prozent. Bei Safran in Paris ging es um 1,9 Prozent und für Rolls-Royce um 3,8 Prozent nach oben. Bei Melrose wies die Aerospace-Sparte ein Umsatzplus von 19 Prozent auf, der Gewinnausblick auf das Jahr wurde für diese Sparte um 8 Prozent erhöht.
Weltbank gibt der Türkei mehr günstige Kredite
Die Weltbank weitet ihr finanzielles Engagement zur Stützung der Wirtschaft in der Türkei deutlich aus. Der für das Schwellenland zuständige Direktor Humberto Lopez sagte der staatlichen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu, binnen drei Jahren sollten zusätzliche 18 Milliarden Dollar fließen. Diese kämen zu den bereits vorgesehenen 17 Milliarden Dollar hinzu.
Die Mittel sollten unter anderem für Direktkredite an die Regierung zur Stützung des Privatsektors verwendet werden. Dieses nunmehr auf insgesamt 35 Milliarden Dollaraufgestockte Paket sei eine Reaktion auf das "starke Engagement" der Regierung in Ankara, für gesamtwirtschaftliche Stabilität im Land zu sorgen.
Vorbörsliches aus den USA: Westrock hui, Blackberry pfui
Bei den US-Einzelwerten haben Westrock vorbörslich um 11,6 Prozent zugelegt. Der Pappe- und Verpackungshersteller und die europäische Smurfit Kappa erörtern die Bedingungen eines Zusammenschlusses, wodurch ein neues Unternehmen mit einem Wert von etwa 20 Milliarden Dollar geschaffen würde.
Blackberry büßten dagegen weiter ein - 9,4 Prozent. Das Unternehmen hatte für das zweite Quartal einen vorläufigen Umsatz gemeldet, der unter den Erwartungen der Wall Street lag.
Wall Street mit leicht rötlichem Signal
Die Wall Street dürfte mit leichten Abschlägen in den Handel starten. Der Future auf den S&P-500 gibt vorbörslich um 0,2 Prozent nach. Damit dürfte sich die Abwärtstendenz seit Wochenbeginn fortsetzen.
Konjunkturseitig stehen noch vor Handelsbeginn die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe auf der Agenda sowie Daten zur Produktivität ex Agrar in zweiter Lesung für das zweite Quartal. Zudem werden kurz nach der Startglocke die wöchentlichen Rohöllagerbestandsdaten der staatlichen Energy Information Administration (EIA) veröffentlicht.
Neues vom Geldmarkt - Erwartung an EZB-Zinsschritt steigt wieder
Die Sätze am europäischen Geldmarkt haben bei den längeren Laufzeiten leicht zugelegt. Die jüngsten Äußerungen der EZB-Notenbanker stufen die Zinsstrategen der Commerzbank als eher auf der hawkischen Seite ein, wobei EZB Ratsmitglied Klaas Knot sagte, dass die Märkte die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte nächste Woche unterschätzten und dass die Entscheidung "knapp ausfallen" werde. Die Ester-Futures haben infolgedessen die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte auf über 30 Prozent erhöht, nachdem sie letzte Woche noch bei etwa 25 Prozent lagen.
Hier die jüngsten Daten: Tagesgeld: 3,60 - 3,80 (3,60 - 3,80), Wochengeld: 3,60 - 3,80 (3,60 - 3,80), 1-Monats-Geld: 3,65 - 3,95 (3,65 - 3,85), 3-Monats-Geld: 3,75 - 4,05 (3,70 - 3,97), 6-Monats-Geld: 3,85 - 4,15 (3,84 - 4,10), 12-Monats-Geld: 3,95 - 4,25 (3,90 - 4,20), Euribors: 3 Monate: 3,7950 (3,7950), 6 Monate: 3,9290 (3,9290), 12 Monate: 4,0510 (4,0510)
So funktionieren Seitwärtsstrategien - DAX-Hürde bei 16.000 Punkten
Der DAX hat in den letzten Wochen zwar immer mal wieder die 16.000er-Marke übersprungen, dort jedoch blieb er dann nicht allzu lang. Aber auch an Seitwärtsentwicklungen können Anleger verdienen. Eine Möglichkeit dazu sind Discountzertifikate, bei denen auch dann eine Rendite möglich ist, wenn der DAX sich kaum bewegt und nicht zu stark fällt. Friedhelm Tilgen spricht darüber mit Dirk Heß von der Citigroup.
Auch Erdogan-Äußerung stützt türkische Lira nicht
Die türkische Lira wurde weiter dicht an ihrem jüngsten Allzeittief aus dem August gehandelt. Der US-Dollar ging auf Tagessicht wenig verändert bei 26,8389 Lira um. Am Mittwoch hatte die Lira kurzzeitig etwas zugelegt, als der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sich verbal für eine stärkere Währung einzusetzen schien mit der Aussage, dass die Türkei mithilfe einer straffen Geldpolitik Preisstabilität erreichen werde. Der Staatschef hatte in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass in der Geldpolitik ohne seine Zustimmung nicht viel passiert.
Für Devisenanalyst Tatha Ghose von der Commerzbank ist Erdogan daher die einzige Person, die der Aussage einer strafferen Geldpolitik Glaubwürdigkeit verleihen kann. Dies sei der türkischen Zentralbank nicht möglich. Bei den Ausführungen von Erdogan habe es aber widersprüchliche Argumente gegeben - zum Beispiel, dass die Türkei keine Kompromisse im Hinblick auf ein schnelles Wachstum eingehen werde, betonte Ghose.
Eurozonen-Wirtschaft wächst schwächer als gedacht
Die Wirtschaft der Eurozone hat sich im Frühjahr schwächer entwickelt als bisher bekannt. Die Wirtschaftsleistung (BIP) stieg im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorquartal um 0,1 Prozent, wie die Statistikbehörde Eurostat mitteilte. Eine vorherige Schätzung hatte ein Wachstum von 0,3 Prozent ergeben. Zum Vorjahresmonat wuchs die Euro-Wirtschaft um 0,5 Prozent - anstatt wie bisher angenommen um 0,6 Prozent.
Eine Belastung stellt vor allem die hohe Inflation dar, die den privaten Konsum dämpft. Zudem entwickelt sich die exportorientierte Industrie wegen der weltweiten Konjunkturflaute schwach.
RWI-Prognose zum deutschen BIP verheißt nicht viel Gutes
Das sind keine guten Nachrichten: Das RWI - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung erwartet für dieses Jahr einen Rückgang des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,6 Prozent. Im Juni war es nach eigenen Angaben noch von einem Minus von 0,3 Prozent ausgegangen. Für das Jahr 2024 senkte das RWI seine Prognose von 2,0 auf 1,1 Prozent, für das Jahr 2025 geht das Institut von 1,7 Prozent Wirtschaftswachstum aus. Grund für die niedrigeren Prognosen für dieses und nächstes Jahr sei vor allem, "dass sich konjunkturelle Hemmnisse nur langsam verringern", so das RWI. Der Aufschwung in Deutschland verzögere sich.
Die Inflationsrate dürfte nach der Prognose im Durchschnitt dieses Jahres 6,0 Prozent betragen und in den kommenden beiden Jahren auf 2,5 Prozent und 2,1 Prozent zurückgehen.
Euro schwächelt - Unterschätzen die Märkte die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung?
Euro / DollarVor dem Zinsentscheid der EZB am nächsten Donnerstag ist der Euro auf Tauchstation gegangen. Die Gemeinschaftswährung verlor am Vormittag bis zu 0,2 Prozent auf 1,0706 US-Dollar. Momentan notiert der Euro bei 1,0712 Dollar und damit in Reichweite des Drei-Monats-Tiefs, das er am Mittwoch markiert hat.
Sollten sich die Zinserhöhungserwartungen in den kommenden Tagen verstärken, könnte das den Abwärtsdruck auf den Euro jedoch begrenzen, heißt es in einem Kommentar der Commerzbank. Der niederländische Notenbank-Chef Klaas Knot sagte zuletzt, die Märkte unterschätzten womöglich die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung nächste Woche.
Studie: Reallöhne im ersten Halbjahr spürbar gefallen
Trotz spürbar steigender Löhne haben die Tarifbeschäftigten in Deutschland einer Studie zufolge im ersten Halbjahr erneut Kaufkraft eingebüßt. Zwar legten deren Löhne mit durchschnittlich 5,6 Prozent gut doppelt so stark zu wie 2022, wie das Tarifarchiv des gewerkschaftsnahen Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) zu seiner Auswertung mitteilte. Die Verbraucherpreise erhöhten sich allerdings mit rund 7,4 Prozent noch deutlicher. Daraus ergebe sich ein Rückgang der Reallöhne von 1,7 Prozent.
"Allerdings kann im zweiten Halbjahr 2023 mit einem starken Rückgang der Inflation gerechnet werden, so dass am Jahresende eine deutlich positivere Tarifbilanz absehbar ist, bei der die Reallohnverluste stärker begrenzt werden", sagte der Leiter des Tarifarchivs, Thorsten Schulten.
Kurssturz bei Blackberry
Kreiseberichte über eine geplante Fusion des US-Pappe- und Verpackungsherstellers Westrock mit dem europäischen Unternehmen Smurfit Kappa haben den Kurs der Aktie nachbörslich am Mittwoch in den y USA um 11,6 Prozent nach oben getrieben.
Blackberry meldete unterdessen für das zweite Quartal einen vorläufigen Umsatz, der unter den Erwartungen der Wall Street lag. Dazu senkte der Anbieter von Sicherheitssoftware seine Erwartung für die Internet der Dinge-Umsätze. Der Kurs kam um 8,3 Prozent zurück.
Ein Kursdebakel erlebten Sportsman's Warehouse, die Aktie verlor fast 19 Prozent an Wert. Der Anbieter von Outdoor-Produkten hatte einen drastischen Umsatzrückgang berichtet und rote Zahlen geschrieben. Sportsman's will nun durch aggressivere Werbeaktionen und Preisnachlässe die Umsätze ankurbeln.
Krones-Aktie deutlich leichter - weiter Wirbel um Rausschmiss aus MDAX
Die Krones-Aktie hat im frühen Handel 1,9 Prozent an Wert verloren. Grund ist weiterhin die Entscheidung zum Rauswurf aus dem MDAX. "Warum hat die Börse da Krones nicht vorgewarnt?", fragte sich ein Frankfurter Börsianer. Krones zeigte sich am Mittwoch überrascht, dass die Ernennung eines früheren Finanzchefs zum Vorsitzenden der Prüfungskommission für den Corporate Governance Codex den Anforderungen der Index-Gesellschaft Qontigo nicht genügt hat.
"Sicherlich kann Krones das Problem schnell lösen", so ein anderer Marktteilnehmer. Qontigo könnte die Entscheidung aber wohl nicht rückgängig machen, denn dann würden United Internet nicht in den MDAX aufsteigen und Ionos nicht in den SDAX.
Thyssenkrupp muss sich neuen Finanzchef suchen
Der Industriekonzern Thyssenkrupp muss sich einen neuen Finanzchef suchen. Klaus Keysberg habe sich entschieden, für eine Verlängerung seines bis zum 31. Juli 2024 laufenden Vertrags nicht zur Verfügung zu stehen, teilt das Unternehmen mit. Keysberg ist seit fast 28 Jahren in verschiedenen Managementpositionen im Konzern tätig. Der Personalausschuss des Aufsichtsrats habe bereits den üblichen Suchprozess gestartet, um dem Aufsichtsrat möglichst zeitnah eine Nachfolgelösung vorschlagen zu können. Der neue Thyssenkrupp-Chef Miguel Lopez hatte im August angekündigt, den schwankenden Industriekonzern auf Rendite trimmen zu wollen. Dabei könne ein Stellenabbau nicht ausgeschlossen werden. Der Industriekonzern hat wegen schwächelnder Geschäfte mit Stahl und im Materialhandel im dritten Quartal deutlich weniger verdient.
Angebotsseite bleibt bei Ölpreis bestimmend
Die Ölpreise sinken nach dem jüngsten Schub zunächst leicht. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im November kostet 90,28 Dollar. Das sind 32 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Oktober-Lieferung fällt 37 Cent auf 87,17 Dollar.
Die Erdölpreise notieren damit etwas unterhalb ihrer in dieser Woche erreichten Höchststände seit vergangenen November. Auftrieb kommt derzeit vor allem von der Angebotsseite, nachdem die beiden großen Förderländer Saudi-Arabien und Russland ihre Produktionsbeschränkungen in dieser Woche bis Jahresende verlängert hatten. Ein weiterer wichtiger Grund auch knappe Lagerbestände.
I
"Auf 20 Prozent Rückgang muss man sich einstellen"
"Chinas Wachstumsmotor stottert": DAX zieht es weiter abwärts
Für den DAX geht es zum Start ins Donnerstagsgeschäft erneut leicht abwärts. Nachdem der deutsche Börsenleitindex zur Wochenmitte 0,2 Prozent auf 15.741 Punkte nachgegeben hatte, liegt er aktuell 0,3 Prozent tiefer bei Kursen um 15.690 Zähler. "Die bisherigen Konjunkturdaten belasten", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Nancy Lanzendörfer: "Zum einen stottert Chinas Wachstumsmotor weiterhin. Zum anderen haben deutsche Unternehmen ihre Produktion stärker zurückgefahren als gedacht", erläutert sie.
Dollar steigt auf Zehnmonatshoch zum Yen
Der US-Dollar steigt zum Yen auf ein Zehnmonatshoch, kommt anschließend aber wieder ein Stück zurück. In der Spitze kletterte der Greenback auf 147,875 Yen - aktuell geht er bei 147,586 um. Am Vortag waren im Tagestief Dollar-Kurse knapp oberhalb der Marke von 147 Yen aufgerufen worden. Im Handel wird die Dollar-Stärke mit Zeichen der ökonomischen Stärke in den USA erklärt, die wieder Spielraum für Zinsfantasien in den USA eröffneten. Am Vortag war der ISM-Index für das Dienstleistungsgewerbe unerwartet gestiegen, obwohl die Markterwartungen einen leichten Rückgang in Aussicht gestellt hatte. Der Index bewegte sich deutlich im Wachstum anzeigenden Bereich. Sollten in Japan Warnungen laut werden, die die Yen-Schwäche so wie am Vortag kritisieren, könnte dies die japanische Währung stützen, heißt es.
n
Deutsche Firmen drosseln Produktion mehr als erwartet
Die deutschen Unternehmen haben ihre Produktion im Juli etwas stärker heruntergefahren als gedacht. Industrie, Bau und Energieversorger stellten zusammen 0,8 Prozent weniger her als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Ökonomen hatten nur mit einem Minus von 0,5 Prozent gerechnet. Im Juni gab es einen Rückgang um 1,4 Prozent.
Die angeschlagene Industrie hat zu Beginn des zweiten Halbjahrs einen neuen Dämpfer hinnehmen müssen: Die Aufträge brachen im Juli mit einem Minus von 11,7 Prozent so stark ein wie seit über drei Jahren nicht mehr. Im Juni und im Mai gab es noch kräftige Zuwächse, für die vor allem Großaufträge sorgten - insbesondere aus der Luft- und Raumfahrtbranche. Diese fielen diesmal weg. Von Juni auf Juli produzierte die Industrie 1,8 Prozent weniger.
Düstere Konjunkturaussichten, düstere DAX-Stimmung?
Der DAX wird Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge niedriger starten. Zins- und Wachstumssorgen hatten den deutschen Leitindex am Mittwoch 0,2 Prozent schwächer bei 15.741 Zählern schließen lassen. An der Wall Street ging es ebenfalls bergab.
Der Blick der Anleger richtete sich nach China: Die weltweite Nachfrageschwäche hat dem Exportweltmeister im August weiter zugesetzt. Die chinesischen Ausfuhren sanken im vergangenen Monat im Jahresvergleich um 8,8 Prozent, übertrafen damit aber die Erwartungen von Analysten, wie aus den Daten der Zollbehörde hervorgeht.
Wie es um die deutsche Wirtschaft bestellt ist, dürften neue Daten zu den Produktionszahlen zeigen. Die hiesigen Unternehmen hatten ihre Produktion im Juni überraschend stark gedrosselt - Industrie, Bau und Energieversorger stellten zusammen 1,5 Prozent weniger her als im Vormonat. Mit Spannung erwarten die Anleger in diesem Zusammenhang auch den aktuellen Konjunkturausblick des Münchener IFO-Instituts. Das Ifo hatte bei seiner Prognose im Juni einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts in Deutschland um 0,4 Prozent für dieses Jahr angenommen. Mit der aktuellen Vorhersage wird sich zeigen, ob es dabei bleibt oder die Konjunkturaussichten noch düsterer eingeschätzt werden.
Gamestop-Aktie setzen zu Höhenflug an
Die Aktie des Videospiele-Händlers Gamestop ist im nachbörslichen US-Handel bei Anlegern sehr begehrt. Das Dividendenpapier springt rund 13 Prozent in die Höhe. Gamestop übertraf mit seinen Umsatzzahlen für das abgelaufene Quartal die Erwartungen der Wall Street und wies einen unerwartet kleinen Verlust aus. Die Erlöse erhöhten sich um rund zwei Prozent auf 1,16 Milliarden Dollar, was die Schätzungen der Experten von 1,14 Milliarden Dollar übertraf. Auf bereinigter Basis betrug der Verlust drei Cent je Anteilsschein. Analysten hatten ein Minus von 14 Cent je Aktie prognostiziert. Gamestop gehört zu den sogenannten "Meme-Aktien", zu deren Kauf sich Kleinanleger in einschlägigen Internet-Foren etwa auf Reddit gegenseitig aufrufen. Dies hat in der Vergangenheit Hedgefonds in Mitleidenschaft gezogen, die über Leerverkäufe auf einen Kursverfall spekuliert hatten.
Umfeld für Asien-Aktien bleibt ungünstig
Nach der uneinheitlichen Tendenz zur Wochenmitte geht es heute an den ostasiatischen Aktienmärkten wieder abwärts. Erneut hält sich Tokio zwar besser als die Nachbarbörsen, doch gibt diesmal auch der Nikkei nach, wenn auch nur um 0,3 Prozent auf 33.149 Punkte. Weiter stützt hier der auf einem Zehnmonatstief liegende Yen, der sich von jüngsten verbalen Interventionen weiter unbeeindruckt zeigt.
Das Umfeld für Aktien bleibt ungünstig, insbesondere auf der Zinsseite. In den USA und auch andernorts setzt sich angesichts der beharrlich hohen Inflationsraten zunehmend die Erwartung durch, dass die Zinsen womöglich nicht weiter steigen, dafür aber für länger auf erhöhten Niveaus bleiben dürften. So ist in den USA am Vortag der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor stärker ausgefallen als gedacht und insbesondere eine in ihm enthaltene Preiskomponente. Dazu verweisen Marktteilnehmer auf die hohen Ölpreise als Bremser - zum einen für die Konjunktur, zum anderen als inflationstreibende Komponente.
Derweil kommen aus dem für die Weltkonjunktur wichtigen China weiter eher maue Daten. Exporte und Importe sind im August gesunken, wenn auch nicht so stark, wie Ökonomen befürchtet hatten. In Shanghai geht es für den Leitindex 0,6 Prozent nach unten, in Hongkong um 0,9 Prozent. Am stärksten fällt das Minus in Sydney mit 1,2 Prozent aus. China ist für das Rohstoffland Australien klar der wichtigste Abnehmer, so dass hier dessen gesunkene Importe besonders kritisch gesehen werden dürften.
KI-generierte Inhalte in Wahlwerbung: Google erklärt Offenlegung zur Pflicht
Die Alphabet-Tochter Google aktualisiert im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahlen im November 2024 ihre Transparenzpolitik. Wahlwerbung müsse ab Mitte November dieses Jahres mit einem klaren und auffälligen Hinweis versehen werden, wenn die Anzeige KI-generierte Inhalte enthalte, teilt das Unternehmen mit. Die Richtlinie gelte für Bild-, Video- und Audioinhalte auf allen Plattformen. Die zu Google gehörende Cybersicherheitsfirma Mandiant hatte im August erklärt, sie habe in den vergangenen Jahren einen zunehmenden Einsatz von KI für manipulative Informationskampagnen im Internet beobachtet. Google war wegen der Verbreitung von Falschinformationen auf seinen Plattformen in die Kritik geraten.
"Sorge vor anziehender Inflation nimmt zu"
Die Renditen hoch, die Wall Street weiter unter Druck: Die Daten des ISM-Index der Dienstleister sind der Grund. Der größte Verlierer in den US-Leitindizes ist ein absolutes Tech-Schwergewicht.
US-Zinssorgen belasten Asien-Börsen
Besser als erwartet ausgefallene Handelsdaten aus China können die Anleger nicht an die Märkte der Volksrepublik locken. Die weltweite Nachfrageschwäche machte dem Exportweltmeister China im August zwar weiter zu schaffen, die chinesischen Exporte übertrafen aber die Erwartungen der Analysten.
Der Shanghai Composite verliert 0,7 Prozent. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen büßt 1 Prozent ein. Der Nikkei gibt 0,1 Prozent auf 33.205 Punkte nach. Der breiter gefasste Topix steigt 0,1 Prozent auf 2394 Punkte.
Unerwartet starke US-Daten zum Dienstleistungssektor schürten Befürchtungen, dass die nach wie vor hartnäckige Inflation die Leitzinsen noch länger hoch halten könnte. "Die Daten sind nicht entscheidend, aber sie zeigen, dass der Krieg gegen die Inflation noch nicht gewonnen ist", sagt Kyle Rodda von Capital.com in Melbourne. "Alles dreht sich um die Diskussion, wo der magische neutrale Zinssatz liegt", erklärt er. "Solange die Märkte nicht wissen, wo dieser Zinssatz liegt, wird er die Aktien belasten und den Dollar stützen.
Chinas Exporte schrumpfen deutlich
Die weltweite Nachfrageschwäche hat dem Exportweltmeister China im August weiter zugesetzt. Die chinesischen Ausfuhren sanken im vergangenen Monat im Jahresvergleich um 8,8 Prozent, übertrafen damit aber die Erwartungen von Analysten, wie aus Daten der Zollbehörde hervorgeht. Experten hatten mit einem Exportrückgang von 9,2 Prozent gerechnet. Auch Chinas Importe schrumpften im August um 7,3 Prozent und lagen damit ebenfalls über den Prognosen von minus 9,0 Prozent.
Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt läuft Gefahr, ihr jährliches Wachstumsziel von rund fünf Prozent zu verfehlen, da die Volksrepublik mit einer sich verschärfenden Immobilienkrise, schwachen Konsumausgaben und einem rückläufigen Kreditwachstum kämpft.
Das ist los im frühen Devisengeschäft
Im asiatischen Devisenhandel bleibt der Dollar fast unverändert bei 147,59 Yen und legt 0,1 Prozent auf 7,3222 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notiert er kaum verändert bei 0,8911 Franken. Parallel dazu bleibt der Euro fast unverändert bei 1,0731 Dollar und notiert kaum verändert bei 0,9562 Franken. Das Pfund Sterling stagniert bei 1,2505 Dollar.
Euro / Dollar o
DAX im Würgegriff der Konjunktur
Große Sprünge hat der DAX auch zur Wochenmitte nicht gemacht. Am Ende des Handelstages stand ein Minus von 0,2 Prozent bei 15.741 Punkten in den Büchern. Dabei spielten negative Konjunkturdaten aus Deutschland nur am Rand eine Rolle. Das Augenmerk der Anleger lag in den USA. Aber auch die Wall Street konnte nicht überzeugen. Heute blicken die Anleger zunächst nach China.
Die aktuellen Außenhandelszahlen aus China werden veröffentlicht. Experten rechnen bei den Exporten im August mit einem Rückgang von 9,2 Prozent und einem Minus bei den Importen um 9,0 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Angesichts der akuten Konjunkturschwäche der Volksrepublik kommt den Daten besondere Brisanz zu. Der Exportweltmeister hatte zuletzt bereits einen Schwächeanfall: Die Ausfuhren sanken im Juli mit 14,5 Prozent so stark wie seit Februar 2020 nicht mehr. Damals hielt die Corona-Pandemie die Wirtschaft in ihrem Bann. Chinas lahmende Wirtschaft hat nach dem Ende der strikten Lockdowns die Kurve noch immer nicht gekriegt.
Danach richtet sich der Fokus auf die deutschen Produktionszahlen. Experten erwarten einen Rückgang um 0,5 Prozent zum Vormonat. Die hiesigen Unternehmen hatten ihre Produktion im Juni überraschend stark gedrosselt - Industrie, Bau und Energieversorger stellten zusammen 1,5 Prozent weniger her. Frühindikatoren wie das IFO-Geschäftsklima signalisieren, dass die drei Quartale in Folge nicht mehr gewachsene Wirtschaft weiter eine Flaute durchmacht.
Das IFO-Institut misst der Wirtschaft regelmäßig den Puls. Heute legt es eine frische Konjunkturprognose vor. Der vierte Rückgang in Folge des wichtigsten Konjunkturbarometers signalisiert, dass Deutschland wieder in die Rezession rutschen könnte. Das Institut hatte bei seiner Prognose im Juni einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 0,4 Prozent für dieses Jahr angenommen. Mit der aktuellen Vorhersage wird sich zeigen, ob es dabei bleibt oder die Konjunkturaussichten im Lichte der aktuellen Entwicklung womöglich noch düsterer eingeschätzt werden. Weitere Wochentermine finden Sie hier.