Der Börsen-Tag183.000 neue Firmen: Deutschland erlebt Gründungsboom - mit einem Haken
In Deutschland wurden 2025 nach einer neuen Schätzung so viele Unternehmen gegründet wie seit 15 Jahren nicht mehr. Dem Mannheimer Wirtschaftsforschungsinstitut ZEW und der Auskunftei Creditreform zufolge gingen rund 183.000 neue Unternehmen an den Start: 7,7 Prozent mehr als im Vorjahr - der höchste Stand seit 2010. Besonders stark sei der Aufschwung bei wachstumsorientierten, innovativen Start-ups. Rund 3.100 solcher Firmen wurden 2025 gegründet, fast ein Fünftel (19 Prozent) mehr als 2024.
Während vor allem die Anzahl der Gründungen kleiner Unternehmen ohne Handelsregistereintrag zunahm, sank jedoch die Zahl der Gründungen mit Handelsregistereintrag um 3,3 Prozent. Der Gesamtanstieg geht vor allem auf sogenannte Kleinerwerbsgründungen zurück. "Im Zuge der Wirtschaftskrise suchen viele ihr Heil in der Selbstständigkeit, oft als Solo-Unternehmer und zunächst im Nebenerwerb", sagte Creditreform-Chefökonom Patrik-Ludwig Hantzsch. "In länger anhaltenden wirtschaftlichen Krisen entstehen vermehrt solche Notgründungen, wenn Arbeitsplätze wegfallen und die Wirtschaft weniger Jobs schafft."
Diese Betriebe erreichten jedoch meist keine nennenswerte wirtschaftliche Bedeutung und würden häufig nach kurzer Zeit wieder aufgegeben. Dies gelte zuletzt vermehrt für Branchen wie den Handel, das Gastgewerbe und persönliche Dienstleistungen.
