Der Börsen-TagChinas Außenhandel bricht ein
Der stärkste Einbruch der chinesischen Exporte seit Beginn der Corona-Pandemie vor mehr als zweieinhalb Jahren schürt die Sorge vor einem globalen Konjunkturabschwung. Die Ausfuhren sanken im November um 8,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie aus Daten der Zollbehörde hervorgeht. Das ist der schärfste Rückgang seit Februar 2020. Bereits im Oktober hatte es einen Rückgang gegeben, der aber mit 0,3 Prozent wesentlich kleiner ausfiel.
Die Importe gaben sogar noch stärker nach: Sie fielen um 10,6 Prozent niedriger aus als im November 2021. Das war nicht nur der zweite Rückgang in Folge, sondern zugleich der stärkste seit Mai 2020. Wegen der scharfen Null-Corona-Politik der Regierung kommt es immer wieder zu Produktionsstörungen in der nach den USA zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Die steht zusätzlich wegen der Immobilienkrise unter Druck. Hinzu kommt ein schwächerer Welthandel, weil wichtige Kunden von Exportweltmeister wie die USA und Deutschland unter der hohen Inflation leiden, weshalb Verbraucher und Unternehmen ihre Ausgaben kürzen.
Peking hat inzwischen wegen des wachsenden Drucks aus der Bevölkerung, einige der strengen Corona-Beschränkungen gelockert. Die Exporte dürften in den kommenden Quartalen dennoch weiter schrumpfen, sagte Ökonom Julian Evans-Pritchard von Capital Economics. "Sie werden durch die Lockerung der Virusbeschränkungen einen begrenzten Aufschwung erfahren, da diese nicht länger ein großes Hindernis für die Fähigkeit der Hersteller darstellen, Aufträge zu erfüllen", sagte Evans-Pritchard. "Von weitaus größerer Tragweite wird aber der Rückgang der weltweiten Nachfrage nach chinesischen Gütern sein." Dieser sei der drohenden globalen Rezession geschuldet.