Der Börsen-TagDax hat mit hohen Ölpreisen und Zinsängsten zu tun
Die anhaltend hohen Ölpreise haben den Anlegern am deutschen Aktienmarkt tiefe Sorgenfalten auf die Stirn getrieben. Der Dax verlor zum Wochenauftakt 0,2 Prozent auf 26.007 Punkte. Der EuroStoxx50 notierte 0,1 Prozent höher bei 6402 Stellen. Die hohen Energiepreise und die damit verbundenen Bremsspuren für eine konjunkturelle Erholung belasteten den Markt, sagte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets. Auch die Analysten von Bantleon konstatierten: "Die Weltwirtschaft steckt diese Belastung dank extrem expansiver Fiskalpolitik bislang gut weg." Doch je länger die Energiepreise hoch blieben, desto größer werde das Risiko.
Damit sind auch Inflations- und Zinsängste allgegenwärtig. Die Finanzmärkte haben sich bereits darauf eingestellt, dass die EZB den zum Steuern des geldpolitischen Kurses wichtigen Einlagensatz am Donnerstag um einen Viertelpunkt auf 2,50 Prozent hochsetzen wird. Ob die US-Notenbank im Kampf gegen die hohe Teuerung nachzieht, ist unklar. Seit dem überraschend starken US-Arbeitsmarktbericht am vergangenen Freitag preisen die Händler eine Wahrscheinlichkeit von rund 57 Prozent für eine Zinserhöhung der Fed im September ein.
Auf der Unternehmensseite ragten die Chipwerte nach deutlichen Kursgewinnen in den USA am Freitag und in Asien heute heraus. Infineon verteuerten sich im Dax um 6,9 Prozent. Im MDax rückten Suss Microtec, Aixtron und Elmos Semiconductor zwischen 3,0 und 7,8 Prozent vor. Die Zuversicht der Anleger in die Entwicklung der Nachfrage nach Künstlicher Intelligenz sei neu entfacht, sagte Jochen Stanzl von der Consorsbank.
